Länderspiel bei artundweise


Bei artundweise gibt es eine Art Badminton-Betriebssportgruppe. Vor ein paar Jahren ins Leben gerufen vom Firmengründer Dirk, dem ehemaligen Hamburger, HSV-Fan und Leiter der Designabteilung Marc, jemandem, der tatsächlich Ole heißt (bei mir ist das ja nur ein Deckname) und mir selbst, treffen wir uns mehr oder weniger regelmäßig, und mehr oder weniger vollständig, einmal die Woche und lassen die Federn fliegen.
Die Firma ist im letzten Jahr auf über 50 Mitarbeiter gewachsen und so hat auch die Badminton-Gruppe enormen Zuwachs erfahren. Viele, der in den letzten ein- bis zwei Jahren zu artundweise Gestoßenen, haben nämlich ihr Interesse am sportlichen Ausgleich bekundet und wurden wohlwollend aufgenommen.

Durch die unterschiedlichen Herkünfte einiger der „Neuen“ ist daraus ein recht multi-kultureller Haufen geworden:
Da haben wir zum Beispiel Alex (seinen richtigen Namen kann ich nicht auswendig hinschreiben), einem aus der Ukraine stammenden Entwickler und Master der Systemprogrammierung. Er bildet zusammen mit Maksym – ebenfalls Entwickler – den ukrainischen Block (bei der Arbeit – nicht beim Badminton) und sie unterhalten sich immer auf Russisch.
Dann ist da Zheng – ein Chinese und schon wieder Entwickler / Diplom Informatiker – der zwar nicht oft dabei ist, aber wenn, trotz seiner erst ein-einhalb-jährigen Spielpraxis, immer ein ernst zu nehmender Gegner ist. Muss wohl an den Genen liegen.
Ein weiterer Alex (mit unausschreiblichem Echtnamen) – ein Designer aus Bulgarien, der aber nie mitspielt, aus Angst das Tennisspielen zu verlernen.
Und wir haben einen spanischen Entwickler, Bachelor of Science in Telekommunikation und Fernstudent der Universität Liverpool, namens Marcos, der eine Fernbeziehung zwischen Bremen und Prag mit seiner lettischen Freundin betreibt.

Ob er diese Freundin – Anna – wohl zur Körperertüchtigung mitbringen dürfe – sie sei gerade zu Besuch – fragte er mich kürzlich. Worauf ich natürlich zurückfragte: „Warum denn nicht?“. Mit ihr waren wir dann in folgender Besetzung auf dem Platz: Anna, Marcos, Alex (der Erstgenannte), ein weiterer Diplom Informatiker namens Kristof und ich – also immerhin: von fünf Anwesenden zwei Deutsche. Gut: Kristof kommt aus Köln… – aber lassen wir das mal durchgehen.

Nach dem Warmdreschen sollte es ans richtige Spielen gehen – also mit Angabe, Punkte-Zählen, „Ball im Aus“ und so. Da Anna nicht so oft Badminton spielt, brauchte sie eine diesbezügliche Auffrischung ihres Kenntnisstandes.
Aber: Anna spricht nicht so gut deutsch – lieber englisch und am Besten russisch. Ich behauptete, dass Alex‘ Russisch bestimmt besser sei, als mein Englisch und dass er deshalb die Regelauffrischung erteilen sollte.

Und was hatten wir da jetzt: eine Lettin aus Prag, die bei ihrem spanischen Freund (mit dem sie sich auf englisch unterhalten muss) zu Besuch ist, bekommt in einer Bremer Sporthalle von einem Ukrainer die Badminton Regeln erklärt – und zwar auf Russisch. Und wie gesagt: an dem Tag waren der Bulgare, der Chinese und der HSV-Fan gar nicht dabei.

Wer jetzt sagt: Alles schön und bunt, aber für Multi-Kulti reicht es bei artundweise trotzdem nicht, schließlich fehle ja „a Türk‘ met a pfundigem Migrationshindergründ“, der hat sich geschnitten. Denn: der heißt Ahmet, ist ebenfalls Softwareentwickler, spricht zwar besser deutsch als türkisch, spielt aber nicht Badminton.

Vielleicht lassen sich allerdings einige der restlichen 40 Mitarbeiter ja durch diesen Aufruf von mir motivieren. Wann seid ihr dabei?