Ok, das ist jetzt ein fieser Einstieg. Das muss manchmal sein. Zum Aufwecken. (Der Rest des Textes ist kein bisschen fies. Versprochen!) 

Interessieren sich viele Menschen von sich aus und ernsthaft für Immobilienunternehmen? Für Hauskauf, fürs Mieten von Wohnungen oder Gewerbeflächen – also für Immobilienangebote? Ja, klar. Aber einfach so für Immobilienunternehmen? Eher nicht. Das ist eine wichtige Erkenntnis aus unserer Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen aus dieser Branche. Eine zweite Erkenntnis: Menschen interessieren sich für gute Inhalte. Das bedeutet für Beratung, Tutorials, Porträts, Lokalkolorit, Ideen, Haltungen und Authentizität. Guter Content im Zentrum weckt die Aufmerksamkeit. Und Immobilienunternehmen sollten das mit relevanten Inhalten belohnen. Dann wecken sie auch das Interesse. Diese Erfahrung haben wir bei vielen Kunden aus dem Immobilienbereich gemacht – daraus haben wir 4 Handlungsempfehlungen für überzeugende Kommunikation abgeleitet.


Mit diesen 4 Tipps können Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft ihr digitales Marketing ihre Identität schärfen und so ihr digitales Marketing nach vorne bringen. Mit wertvollen Insights aus Kundenprojekten von artundweise.

Diese Kunden aus der Immobilien- und Baubranche durften wir mit digitalem Immobilienmarketing begleiten:

#1.

Immobilienmarketing braucht eine performante Website. Nutzen Sie die für Ihre vertrieblichen Inhalte (wie Immobilienangebote) und Ihren redaktionellen Content.

Diese Frage stellte uns der Marketingmanager eines Immobilienunternehmens in einem Strategieworkshop

„Wir stellen unsere Immobilienangebote bei Immoscout24 und eBay Kleinanzeigen rein. Das ist doch gut?“

Ja, das ist auch gut. Tun Sie das auf jeden Fall weiterhin, wenn es Ihnen qualifizierte Anfragen bringt. Und wenn die Preise dieser Plattformen für Sie passen sind, kurz: Der Return on Investment stimmt. Aber Sie sollten sich in Ihrem Kerngeschäft nicht ausschließlich auf fremde Technik oder Plattformen verlassen. „Don’t build on rented land“ – diese alte Weisheit passt auch hier. Zumal Ihre Marke auf eBay und ImmoScout24 eher in den Hintergrund tritt. Denn die User sind dann nicht in Ihrer Markenwelt, sondern in der Markenwelt der Plattform.

Außerdem sind Sie auf fremden Plattformen der Gnade der Betreiber ausgeliefert. Wenn Sie Immobilienangebote haben – zum Mieten oder Kaufen, oder wenn Sie möchten, dass Menschen Kontakt aufnehmen, dann brauchen Sie eine Website als Zentrum Ihrer Marke.
Im Unterschied zu den Immobilienportalen hat das drei wesentliche Vorteile: 

  1. Auf Ihrer Website können Sie sagen, was Sie wollen und den Vertrieb so aufbauen, wie Sie es für richtig halten.
  2.  Auf Ihrer eigenen Website können Sie selbst dann als Marke kommunizieren, wenn Sie keine aktuellen Angebote haben. 
  3. Sie können den Traffic für Immobiliensuchende viel intelligenter umleiten – etwa an Ihren eigenen Service (siehe Screenshots). Sie haben mehr Kontrolle über die Touchpoints, über die Customer Journey Ihrer möglichen zukünftigen Kunden.
Ausschnitt aus der DOGEWO21-Website

Auf Ihrer Website bestimmen Sie selbst, was drinsteht – und niemand sonst. Das ist ein Vorteil.

Ihre Unternehmenswebsite sollte außerdem performant sein. Das heißt: technisch so gebaut – und inhaltlich so überzeugend, dass Menschen und Suchmaschinen die Website gut finden – und das in der zweifachen Bedeutung von „gut finden“: gut auffindbar sein und mögen. Sowohl technisch als auch inhaltlich investieren die Immobilienportale natürlich eine ganze Menge. Insofern sind die Seiten auch meistens gut. 
Aber: Wenn Sie ein modernes CMS – wie TYPO3 für Ihre Website – verwenden und ein paar Grundregeln einhalten, ist Ihr digitaler Unternehmensauftritt absolut ebenbürtig. Mit dem angenehmen Vorteil, dass nur Sie selbst die Hoheit über Inhalte und Features haben. 

Schaffen Sie Inhalte, die mehr sind als „Unsere Immobilienangebote“

Inhalte sind der Knackpunkt für langfristiges digitales Marketing: Die großen Portale besetzen viele Themen rund um Immobilien schon – etwa mit How-to-Content rund um den Umzug. Und Sie haben meist nur die Möglichkeit, Inserate (gegen Geld) zu posten. Vielleicht gibt es auch Native Ads, sponsored Content oder was auch immer Ihnen die Portale anbieten. Hier gilt das Gleiche wie bei den Inseraten: Fließt kein Geld ins Portal, fließt keine Aufmerksamkeit zu Ihnen. Sie sind abhängig von monatlichen Zahlungen. Ist der Geldhahn zu, ist Ihre Reichweite sofort weg.

Gutes Immobilienmarketing ist ein ganzheitliches Konzept – und nicht nur Vertrieb: Als Marke haben Sie definitiv mehr zu bieten als Angebote für freie Wohnungen oder Häuser. Sie haben eine Haltung, Sie haben Werte, Sie haben Know-How. Redaktionelle Inhalte sind der Schlüssel. Fragen Sie sich: Wofür interessieren sich Menschen über Ihre Angebote hinaus? Wie können wir ihnen Hilfestellungen rund um ihre Immobilie bieten? Menschen, die umziehen wollen oder eingezogen sind, haben nämlich tausend Fragen und sind unsicher:

  • Welche Verträge muss ich kündigen?
  • Wie geht das mit der Kaution?
  • Was ist ein Staffelmiete? 
  • Wie mache ich das mit der ersten eigenen Wohnung? 
  • Meine Gasetagenheizung hat eine Störung: Was muss ich tun?
Beispiele für individuellen How-to-Content (DOGEWO21)
Beispiele für individuellen How-to-Content (DOGEWO21)

Hier können Sie sich als Expert*innen positionieren. Beantworten Sie diese Fragen und stellen Sie zum Beispiel nützliche, übersichtliche Checklisten zur Verfügung. Das tun die Portale auch? Stimmt! Aber Sie können Ihre Antworten individuell auf die Situation Ihrer Kund*innen zuschneiden. Das können die Portale nicht.

#2.

Setzen Sie beim Immobilienmarketing auf Regionalität (wenn Sie können). Denn das ist Ihre Stärke.

„Aber in Sachen SEO haben wir doch keine Chance gegen die Portale?“

Das ist ein Irrglaube. Gerade, wenn Sie als regionales Immobilienunternehmen zu bestimmten Themen relevante, wertvolle Ratschläge geben, dann werden Sie mittelfristig für diese Themen bei Google regional sichtbar – also für Menschen, die in Ihrem Marktgebiet suchen. Denn Google spielt die Suchergebnisseiten regional individualisiert aus.
Wenn Sie nicht gerade zu den ganz großen Immobilienunternehmen in Deutschland gehören, dann sind Regionalität und Verwurzeltheit ein wichtiges Merkmal Ihrer Marke. Vermutlich nutzen Sie das in der klassischen Werbung schon: auf Bahnen und Bussen, auf CityLights oder in der regionalen Tageszeitung. Tun Sie das unbedingt auch digital, denn:

Alle anderen – auch die Immobilienportale – können nur so tun, als wären sie Experten für eine Region oder Stadt. Aber die Leute in Ihrem Unternehmen sind es wirklich. Spielen Sie diesen Vorteil aus! 

Feiern Sie Ihre Region, Ihre Stadt, die Quartiere, sogar einzelne Gebäude, in denen Sie heimisch sind. Und machen Sie das so granular, wie es geht:

  • Es gibt ein neues Restaurant in Ihrem Stadtteil? Interviewen Sie den Besitzer!
  • Wo sind die besten Spielplätze? Das sollte einen Artikel wert sein! 
  • Mit dem Hund Gassi gehen? Zeit für einen lokalen Reiseführer!
Teaserwall DOGEWO21
Feiern Sie die Regionalität – mit Content (DOGEWO21)

Menschen verbinden sich vielleicht nicht sofort mit Unternehmen. Aber sie verbinden sich mit ihrer unmittelbaren Umgebung, wollen alles darüber wissen. Und wenn Sie dieses Wissen teilen, verbinden sich die Menschen auch mit Ihrem Unternehmen – automatisch und ganz freiwillig.

Setzen Sie auch bei vertrieblichen Google-Suchanfragen auf Regionalität

Wir sitzen mit einem Kunden aus der Immobilienwirtschaft in einem Google-Meet zusammen und besprechen die Website- und SEO-Strategie. Irgendwann fragt ein Kundenberater aus der Runde:

„Für die Suchanfrage wohnung mieten werden wir doch niemals bei Google organisch gefunden. Das Keyword besetzen doch schon die Portale?“


Stimmt. Es wird sehr schwer, sich bei dieser sehr generischen Suchanfrage gegen die Portal-Konkurrenz durchzusetzen. Das Keyword ist ein transaktionales „Do-Keyword“, hinter dem eine Kaufabsicht (bzw. Mietabsicht) steckt. Das Suchvolumen ist in diesem Beispiel mit 243.000 Suchanfragen in Deutschland pro Monat sehr hoch, ebenso wie der Wettbewerb um dieses Keyword. Was kann man tun? Die Antwort: Setzen Sie auf regional relevante Suchanfragen, zum Beispiel:

  • wohnung mieten + Stadt (Bremen)
  • wohnung mieten + Stadt + Stadtteil (Bremen Walle)
  • wohnung mieten + Stadt + Straße (Bremen Ostertorsteinweg)
  • wohnung mieten + besonderer Ort + Stadt (Viertel Bremen)

Was meinen wir mit besonderer Ort? In fast jeder Region gibt es mehr oder weniger inoffizielle Bezeichnungen, die aber jede*r verwendet. In Bremen ist etwa das „Viertel“ eine beliebte Wohngegend, aber kein offizieller Stadtteil. In Berlin gibt es den „Wrangelkiez“ (die Gegend rund um die Wrangelstraße).

Finden Sie heraus, was die besonderen Ortsbezeichnungen in Ihrer Region sind, für die Menschen nach Wohnungen, Häusern oder Geschäftsräumen suchen, und bauen Sie vertriebliche Landingpages, die die Suchanfrage bestmöglich beantworten.


Denn diese regionalen Besonderheiten kennen ortsansässige Unternehmen unserer Erfahrung nach immer besser. Das steigert die Wahrscheinlichkeit für einen SEO-Erfolg. Ein zweiter Faktor kommt hinzu: Auch Google verknüpft lokale Anfragen mit lokal ansässigen Unternehmen. Das kennen Sie bestimmt aus einem anderen Kontext – etwa bei der Restaurantsuche oder der Suche nach lokalem Einzelhandel. Dort können sich auch „kleinere“ gegen die großen E-Commerce-Riesen positionieren. Davon profitieren auch regional verwurzelte Immobilienunternehmen beim Marketing.

#3.

 Immobilienmarketing ist UX-sensibel: Präsentieren Sie Wohnungen und andere Leistungen professionell und benutzerfreundlich.

Immobilienangebote in userfreundlicher mobiler Darstellung (Kleefeld-Buchholz)

#4.

Gewähren Sie Einblicke in Ihr Unternehmen – und Ihre Haltung. Immobilienmarketing lebt von Gesichtern und Köpfen

Haltung zeigen und darüber berichten (GEWOBA)
Mit eigenen Themen Agenda-Setting betreiben (Kleefeld-Buchholz)

So gibt es für jedes Immobilienunternehmen Themen, über die es sich zu berichten lohnt. Wichtig ist: Sagen Sie nicht nur, dass Sie irgendwie besonders sind. Beweisen Sie es – mit guten Inhalten.