Sind Hashtags 2026 auf Social Media out?
Das solltest du beachten, wenn du Hashtags auf Social Media verwendest – und auf welche Alternativen du setzen kannst
Hashtags begegnen uns heute überall: auf Instagram, TikTok oder sogar auf Plakatwerbung. Im Hashtag-Meer gibt es mal eine ganze Flut von Hashtags, und dann wieder Ebbe. Wie ist der Pegelstand jetzt? Woher die bekannten Rauten stammen und wie du sie für dein Content Marketing nutzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.
Übersicht: So nutzt du Hashtags im Jahr 2026
- Reichweiten-Relevanz checken: Der Stellenwert von Hashtags für die organische Sichtbarkeit sinkt im Vergleich zu früher.
- Algorithmus füttern: Schlagworte weiterhin gezielt nutzen, damit die Plattform-KI deine Inhalte thematisch kategorisieren kann.
- Netzwerk-Unterschiede beachten: Die variierende Bedeutung und Dynamik von Hashtags je nach Plattform zwingend beachten.
- Themen-Relevanz priorisieren: Nach dem Prinzip „Qualität vor Quantität“ nur deckungsgleiche Begriffe statt breiter Tag-Wolken auswählen.
- Keyword-Fokus verschieben: Suchbegriffe für moderne Social SEO direkt in den Fließtext integrieren, statt auf veraltete Klick-Tricks zu vertrauen.
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Die Geschichte des Hashtags: So fand die virale Raute ihren Weg auf Social Media
- 1988 Hashtags kategorisieren Inhalte in Chats und dienen zur Kanal-Markierung
- 2009 Twitter erkennt Hashtags an und verlinkt Tweets entsprechend
- 2013 Bis zu 30 Hashtags werden auf einem Facebook-Beitrag verlinkt
- Seitdem finden wir Hashtags auch außerhalb von Social Media: auf Plakatwänden, in TV-Spots, in Zeitschriften …
Sind Hashtags 2026 noch zeitgemäß?
Alle Social-Media-Plattformen im Überblick
Hashtags sind 2026 auf Social Media nicht mehr die Allzweckwaffe für Reichweite. Moderne Algorithmen können Inhalte auch ohne Hashtags thematisch einordnen. Trotzdem bleiben Hashtags auf einigen Plattformen sinnvoll – die Bedeutung unterscheidet sich jedoch stark je nach Netzwerk.
| Plattform | Empfohlene Anzahl | Funktion | Reichweiten-Effekt |
|---|---|---|---|
| max. 5 | Kategorisierung | gering | |
| TikTok | situativ | Algorithmus-Einordnung | mittel bis hoch |
| max. 5 | thematische Relevanz | sinkend | |
| ca. 2 | präzise Content-Einordnung | hoch bei Relevanz |
Hashtags sind auf Instagram nicht mehr wichtig für die Sichtbarkeit. Das erzählt Instagram-Geschäftsführer Adam Mosseri im Interview auf seinem eigenen Instagram-Account:
- Maximal 5 Hashtags pro Beitrag
- Hashtags dienen der reinen Kategorisierung, nicht dem Reichweiten-Gewinn
- Es gibt sogar Diskussionen, die Nutzung von Hashtags weiter einzuschränken
Grundsatz: Qualität vor Quantität.
TikTok funktioniert nach einem Content-Graph. Das bedeutet, dass User:innen Beiträge sehen, die ihren Interessen entsprechen, anstatt ausschließlich die Inhalte von Freund:innen und Familie. Denn der Algorithmus filtert die Videos nach Themen und lernt, welche Themen die User:innen interessieren.
Funktion von Hashtags auf TikTok:
- Pushen den Content
- Helfen dem Algorithmus bei der thematischen Einordnung
Durch die KI-Technologien sinkt die Relevanz von Hashtags auf LinkedIn. Hashtags wirken sich auf LinkedIn nicht mehr so stark auf die Reichweite aus wie früher. Die Wirksamkeit hängt stark von ihrer thematischen Relevanz ab.
Empfehlung:
- Maximal 5 sachliche Hashtags pro Beitrag
- Tipp: Branchen-relevante Beiträge analysieren und daraus passende Hashtags ableiten
Seit 2017 kann man auf Pinterest bis zu 20 Hashtags pro Post verwenden. Davon wird allerdings davon abgeraten.
Empfehlung:
- Statt 20 generischer Hashtags lieber 2 präzise Hashtags , die den Content perfekt einordnen
- Relevanz schlägt Menge
Checkliste: So gehen gute Hashtags
Nutze Hashtags – Qualität ist wichtiger als Quantität. Achte darauf, dass die Hashtags wirklich zu deinem Thema passen. Außerdem müssen Hashtags gut lesbar sein. Alles Wichtige ist in dieser Checkliste festgehalten:
- Keine Satz-, Sonder- oder Leerzeichen; Umlaute wie ä, ü, ö sind allerdings kein Problem
- Keine Emojis (sind eher zu generisch)
- Lesbarkeit: kurz und knapp, Groß- und Kleinschreibung, aber ohne Leerzeichen zwischen den Wörtern (#EinBeispiel)
- Hinterfragen: Ist mein Hashtag wirklich themenrelevant?
Aufmerksamkeit und Engagement auf Social Media
Die Zeiten, in denen Hashtags für große organische Reichweite gesorgt haben, sind also vorbei. Es gibt andere Strategien, die du einsetzen kannst, damit dein Content auf Social Media sichtbar ist.
Wie steuern soziale Netzwerke, was User:innen im Feed ausgespielt wird?
Hinter modernen Feeds steht eine perfekt koordinierte Dreifaltigkeit: Der Social Graph zeigt, wer mit wem vernetzt ist, der Knowledge Graph entschlüsselt den inhaltlichen Kontext und der Content Graph analysiert das präzise Konsumverhalten.
Der Social Graph bildet alle Verbindungen zwischen Nutzer:innen ab:
- Knoten: jede:r Nutzer:in
- Kanten: jede Beziehung (Folgen, Freundschaften)
- Der Algorithmus nutzt diese Daten, um zu entscheiden, welche Beiträge von Kontakten zuerst angezeigt werden. Er erkennt auch die Nähe zwischen Personen.
Grundsatz: Je dichter das Netzwerk und je mehr Interaktionen, desto höher die Sichtbarkeit der Inhalte untereinander.
Der Knowledge Graph ordnet Themen, Begriffe und deren Beziehungen in einem großen Wissensnetzwerk an. Er erkennt:
- Überschneidungen (z. B. „Künstliche Intelligenz“ und „Machine Learning“)
- Unterschiede zwischen verwandten Konzepten
- Verwandte Themen bei Suchanfragen
Effekt: Beiträge werden präziser zugeordnet und die Relevanz der Vorschläge steigt.
Im Content Graph stehen die Inhalte selbst im Mittelpunkt. Er erfasst:
- Inhaltstyp: Text, Video, Bild
- Themen & Formate: Tutorial, Reel, Carousel
- Klickrate: Wie oft wird geklickt?
- Verweildauer: Wie lange wird komsumiert?
Aus diesen Daten erkennt das System Trends und Vorlieben – etwa, dass sich Nutzer:innen vermehrt für ein bestimmtes Videoformat interessieren.
„Erst aus dieser Symbiose heraus treffen Plattformen im Millisekunden-Takt und in absoluter Echtzeit die Entscheidung, welche Posts du wann, wie oft und in welcher Reihenfolge zu sehen bekommst.“
– Felix Kornstädt, Teameiter Social bei artundweise
Text statt Hashtag auf Social Media
Moderne KI-Technologien kategorisieren den Content auf Social Media. Dafür müssen wir sie mit Informationen über den Content füttern. Am besten funktioniert das per Text in Untertitel, Caption und Keywords. Dein Text sollte beschreibend und nicht zu generisch sein. Jedes Wort in Schriftform bietet dem Algorithmus Informationen.
Mit einer aufmerksamkeitsstarken Hook bleibt deine Community dran
Die Aufmerksamkeitsspanne der User:innen ist gering. Daher müssen die ersten zwei bis drei Sekunden eines Videos besonders stark catchen – der erste Eindruck entscheidet darüber, ob User:innen dein Video bis zum Ende schauen und damit interagieren. Arbeite in deinen Hooks daher mit
- Fragen,
- Emotionen,
- unerwarteten Visuals,
- harten Facts oder
Previews.
Schaffe Mehrwert durch deine Social-Media-Inhalte
Social Media ist längst mehr als Tanzvideos und niedliche Katzenbilder (Pet Content lieben wir natürlich trotzdem). User:innen nutzen Social Media, um sich zu informieren – Stichwort: Infotainment. Biete deiner Community Mehrwert mit deinem Content, der
- unterhält,
- Hintergrundinformationen bietet,
Nutzen teilt.
Denke aus Sicht deiner Zielgruppe bzw. Persona: Was braucht meine Community? Was will sie wissen?
Persönlichkeit siegt – Authentizität auf Social Media
Damit User:innen deinen Content bis zum Ende anschauen, musst du eine emotionale Bindung schaffen. Im Storytelling auf Social Media helfen dir dabei Menschen mit Gesichtern und persönlichen Geschichten. Als Marke solltest du deshalb versuchen, (mit einem Creator/einer Creatorin) eine familiäre Stimmung bei deinem Publikum zu erzeugen. Auch User Generated Content ist ein wichtiges Instrument für Social Proof im Social-Media-Zeitalter.
Nimm dein Community Management ernst
Als Marke ist die Community dein höchstes Gut. Deshalb solltest du auch den Austausch mit deiner Community fördern. Schreibe Kommentare, beantworte Fragen und reagiere auf Content. Es ist wichtig, dass du Social Media nicht nur dafür nutzt, deinen Content zu posten. Nutze auch die Chancen der Interaktionsmöglichkeiten mit gutem Community Management. Denn: Deine Marke will gesehen werden und deine Community will gehört werden.
3 Dinge, auf die du auf Social Media lieber verzichten solltest. Lese hier die Dos and Don’ts für deine Social-Media-Betreuung 2026.