Die Post-PC-Ära hat begonnen


Apple hat es wieder getan

Apple nennt es die Post-PC-Ära. Die Medien überschlagen sich in kritischen und euphorischen Tönen bezüglich der vorgestellten iCloud und Betriebssystem Updates. Es wird sogar mit Revolution und Allmachtsfantasien getitelt. Also sind alle wieder auf den Beinen, weil ein sichtlich hagerer Steve Jobs mit, im Vergleich zu älteren Keynotes, zahlreichen Kollegen etwas Neues vorstellt. Es ist ein wenig wie beim iPad – man hatte sich insgesamt mehr versprochen.

Es gibt genug Nachberichte und Analysen des Vorgestellten, daher an dieser Stelle nur soviel: Die Cloud von Apple wird die erste Cloud, die durchschlägt. Soll heißen: Wie bei der Musik (iPod), den Smartphones (iPhone) und den Tabletts (iPad) definiert Apple mit seiner Tiefenintegration in die Programme beider großen Betriebssysteme das Thema Cloud-Computing (iCloud). Der Clou ist: Apple setzt weiterhin auf das Kopieren von Dateien und nicht auf den Stream. Damit entscheidet sich Apple vorerst für einen sehr schlauen Weg. Der durchschnittliche Kunde ist noch lange nicht soweit, Geld für das Recht auszugeben, Medien zu nutzen und sie nicht zu besitzen. Daher bleibt Apple (vorerst) beim Modell des Besitzens und tut damit das einzig Richtige. Denn durch die Tatsache, dass man auch ohne permanente Netzverbindung Musik hören, Fotos ansehen oder Daten nutzen kann, ist man ganz nah an den Bedürfnissen der Kunden. Wahrscheinlich ist diese Entscheidung der Unterschied, den Apple (mal wieder) macht: Während die Amazons, Googles und Napsters auf den Stream bzw. die permanente Verbindung zum Netz setzen, kombiniert Apple diese Modelle und wird der Cloud-Bewegung zum massentauglichen Durchbruch verhelfen.

Mit der Cloud, wie Apple sie versteht und Geräten, wie dem iPad, hält man sich den Wettbewerb auf Jahre auf Distanz. Denn während Google noch an einem halbwegs tauglichen Android schraubt und noch nicht bewiesen hat, dass Entwickler im eigenen App Store auch Geld verdienen, verschenkt Apple die Cloud, um noch mehr Geräte zu verkaufen.
Das ist wirklich das Ende des PC, wie wir ihn kennen und wer, wenn nicht die Leute aus Cupertino, könnten dafür einen schöneren Begriff prägen: Die Post-PC-Ära ist da. Vom Erfinder des PC.