Beißt Google in den sauren Apfel?


„There‘s one more thing.“ Niemand kennt den Grund für den Kaffeeklatsch unter kalifornischer Sonne ganz genau. Es dürfte wohl folgender gewesen sein:

Steve zu Eric: „Ich wollte Dein Gesicht sehen, wenn Du es erfährst:

Ich mache jetzt auch in Werbung.“

Nach Musik, Filmen und Apps kommt jetzt also die Werbung. Fassen wir kurz zusammen, was bisher geschah: Google dominiert den digitalen Werbemarkt fast weltweit. 60% der Onlinewerbeerlöse wandern in die Kassen der bunten Softwareschmiede aus Mountain View. Google kann mit den Such-Monopoly-Milliarden alles Digitale dominieren. Jedes Quartal aufs Neue. Und Digital dominiert man am Besten, wenn man alles kostenlos anbietet – das kann niemand mehr unterbieten.

Eric zu Steve: „Glaub´ ich jetzt nicht, finde ich doof.“

Der grobe Aufbau der Apple eigenen Werbeplattform iAd ist nun bekannt und bedeutet die Einführung von Wettbewerb im Onlinewerbemarkt. Nun hat der Kampf um die Vorherrschaft im Netz wirklich begonnen. Wer, wenn nicht Apple, kann Google Paroli bieten? Die Barreserven von über 25 Milliarden Dollar sollten für das Vorhaben vorerst reichen. Und dieses Polster wird nun auch durch das iPad weiter aufgestockt.

Mit einer mobilen, kontext-bezogenen Werbeplattform, an deren Erlösen diejenigen, die Werbung in den Apps zeigen, massiv beteiligt sind, könnte Apple auch diesen digitalen Markt neu erfinden und mitverdienen. Wie zuvor bei der Musik und den Apps, würde ein neues Modell endlich auch den Medien Spaß machen. Denn Apple will wieder mit einer neuartigen „User-Experience“ auftrumpfen und sorgt, wie es heißt, für Werbung, die emotional wie ein TV-Spot und interaktiv wie ein Banner ist. Die ersten Demos beweisen, dass man mit iAd digital Marken aufbauen kann. Die Überprüfung der Apps durch Apple wird dafür sorgen, dass die Umfelder gut sind und für die Werbetreibenden interessant.

Das beste Werbeumfeld wird der aktuelle Aufenthaltsort des Nutzers werden: Wer in der Innenstadt flaniert, wird ab sofort wissen, dass eine große schwedische Modekette genau jetzt ein tolles Angebot hat – gleich hier um die Ecke.

Schließlich wird das In-App-Advertising noch einen weiteren guten Effekt haben: Alle, die Inhalte haben aber kein Bezahlmodell, haben eine Alternative. Sicher, auch hier ist Apple den geschlossenen und integrierten Weg gegangen. Ein Vorgehen, das zunehmend auf Skepsis stößt. Doch wer beispielsweise als Verlag großen Marken Werbung verkaufen will, wird einen Vermittler brauchen.

Wer jedoch eine klare Kernkompetenz hat und mehr bieten kann als Reichweite, kann das Thema Onlinevermarktung auch selbst angehen:
Da wir für regionale Zeitungsverlage tätig sind und um die Problematik der Medienkrise wissen, bewegt uns das Thema Monetarisierung schon geraume Zeit. Aus diesem Grund haben wir nach einer Lösung gesucht, wie Verlage einfach, lokal Onlinewerbeplätze vermarkten können. Unser (Selfservice-) Buchungstool für lokale Anzeigen aditory ermöglicht ab dem 01.05.2010 Regionalzeitungen eigene Werbeplätze direkt an Kunden zu verkaufen, ohne Umwege über Vermittler gehen zu müssen und damit auch ohne Einbußen im Ertrag.