Glaubwürdig, erfolgreich und günstig – User Generated Content als Marketingwunder
So nutzt du User Generated Content (UGC) 2026 für dein Marketing
Der gezielte Einsatz von User Generated Content (UGC) ist eine effektive Strategie im modernen Social-Media-Marketing: UGC baut durch Authentizität zwischen Kund:innen und Marken Vertrauen auf. Das steigert wiederum die Conversionrate entlang der gesamten Customer Journey.
In diesem Artikel erfährst du, was UGC ist, welche weiteren Vorteile es gibt und welche Probleme dabei auftauchen können.
Übersicht: Nutze User Generated Content für dein Marketing
Wenn Privatpersonen oder deine Kund:innen Beiträge über deine Produkte oder Marke erstellen, dann ist das UGC (User Generated Content) – auf Deutsch: nutzergenerierte Inhalte. Diese Inhalte sind keine High-End-Aufnahmen und wirken dadurch besonders authentisch. Der Content geht direkt aus dem Wohnzimmer der Ersteller:innen in das Wohnzimmer potenzieller Kund:innen.
- Glaubwürdigkeit transportieren: Privatpersonen liefern ungestellte Authentizität mit nahbaren und ehrlichen Markenbotschaften.
- Produktionskosten senken: Budget-schonender Content ohne teure High-End-Produktionen.
- Kundenbindung stärken: Du beziehst die Zielgruppe durch Challenges, Wettbewerbe oder gezielte Aufrufe aktiv in die Kommunikation ein.
- Verkaufserfolge maximieren: Authentische Rezensionen und Produktvideos als finalen Vertrauensbeweis (Social Proof) am Touchpoint.
- Rechtssicherheit garantieren: Sichere Urheber- und Nutzungsrechte durch klare Einverständniserklärungen von den Creators vorab rechtlich ab.
Das kommt ganz auf den Ansatz an. Wenn du deine eigene Community durch kreative Challenges oder Wettbewerbe aktivierst, kann UGC für dich kostenlos sein. Nutzt du hingegen professionelle UGC-Plattformen oder Agenturen, um maßgeschneiderte Videos einzukaufen, kostet das Budget – allerdings nur einen Bruchteil einer Influencer-Kampagne.
Die absoluten Spitzenreiter sind TikTok und Instagram. Da moderner UGC vor allem von kurzen, authentischen Smartphone-Videos im Hochformat lebt, funktionieren diese Entertainment-Plattformen am besten. Marken, die beispielsweise auf TikTok gezielt Creator-Inhalte gezielt verbreiten, verzeichnen eine um 59 % höhere Engagement-Rate im Vergleich zu klassischen Marken-Posts (Quelle: Edelman Trust Barometer). Aber auch textbasierter UGC (wie Rezensionen im Onlineshop oder Google-Bewertungen) ist ein mächtiger Hebel für deine Conversion-Rate.
Ja, absolut – gerade wenn das Budget für teure Influencer-Kampagnen fehlt, ist UGC ein passender Hebel. Da die Community auf Social Media ohnehin unperfekten, nahbaren Content bevorzugt, kannst du mit UGC-Anzeigen Reichweite generieren, ohne dich finanziell zu übernehmen.
User Generated Content birgt zwei Risiken:
- Das rechtliche Risiko: Weil Privatpersonen die Inhalte von Privatpersonen erstellen, musst du Urheber-, Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte streng beachten (z. B. bei der Verwendung von Hintergrundmusik). Die Lösung: Sichere dich immer über schriftliche Verträge und Einverständniserklärungen ab oder kaufe den Content direkt über spezialisierte Agenturen, die die Nutzungsrechte bereits geklärt haben.
- Das Risiko für dein Marken-Image: Wenn UGC zu werblich oder gestellt wirkt, durchschaut das die Community sofort und der Vertrauenseffekt verpufft.
User Generated Content sind möglichst authentische Inhalte von Nutzer:innen
User Generated Content (UGC) ist seit einigen Jahren im Marketing und Advertising ein präsentes Thema – und ein wichtiges Instrument für Social Proof im Social-Media-Zeitalter. Das Konzept ist kein Trend, sondern eine sinnvolle Marketingstrategie.
Deine Marke ist nicht das, was du über dein Unternehmen kommunizierst oder was du über deine Produkte sagst. Deine Marke ist das, was andere von dir und deinen Produkten denken und weitererzählen. Dabei ist ein Faktor wichtig: Social Proof.
Theresa Thomas
Social-Media-Managerin bei artundweise
Früher der Leserbrief – heute der TikTok-Haul
Der Begriff UGC existiert zwar erst seit Social Media, die Mechanik dahinter ist jedoch altbekannt: Schon immer kamen Privatpersonen in den Medien zu Wort, etwa durch klassische Leserbriefe oder Straßenumfragen. Der Unterschied: Früher diente dies dem redaktionellen Austausch. Heute ist UGC wie digitale Mundpropaganda – aus dem Leserbrief von gestern wurde die authentische Online-Rezension oder der TikTok-Haul von heute.
Unter UGC fallen Videos, Fotos, Rezensionen und mehr
User generated Content taucht in verschiedenen Medienformen auf:
- Texte: Kommentare, Blogartikel oder Rezensionen.
- Bilder: Social-Media-Inhalte wie Fotos von Produkten.
- Videos: Social-Media-Inhalte, beispielsweise Hauls oder Rezensionen.
- Audioaufnahmen: Musik oder Erwähnungen in Podcasts
Diese 4 Vorteile bietet dir UGC
Von privaten Nutzer:innen erstellte Videos sind auf Social Media eine sehr glaubwürdige Werbemaßnahme für dein Unternehmen. Bei UGC können Pain Points und USPs direkt angesprochen werden. Das spricht die Zielgruppe an und kommuniziert Werte.
UGC ist authentisch – so nah an Ihren Kund:innen wie noch nie!
Besonders auf Social Media wird die Authentizität und Nahbarkeit von Marken immer wichtiger. Laut dem TikTok Trends Report 2024 ist Authentizität eines der wichtigsten Kriterien für eine Kaufentscheidung. User:innen wünschen sich, dass Marken nahbar und ehrlich sind. Dazu passt Werbung mit UGC hervorragend. Diese Anzeigen werben mit echten, zufriedenen Kund:innen. Das ist werben, ohne zu nerven. Tatsächlich vertrauen 80 % der Menschen nutzergenerierten Inhalten mehr als traditioneller Werbung, da sie als authentische und gelebte Erfahrungen wahrgenommen werden (Quelle: Edelman Trust Barometer)
UGC ist günstig
UGC entsteht nicht durch „professionelle“ Influencer:innen, sondern durch Privatpersonen. Das ist günstiger als klassische Anzeigen-Produktionen. Der Aufwand und die Produktionskosten sind niedriger. So können sich auch junge Start-ups Werbung mit UGC leisten.
UGC schafft Nähe und Vertrauen
Wem würdest du eher vertrauen: einer Marke oder einer/einem Bekannten aus deinem Freundeskreis? Wenn dieser „Social Proof“ (vgl: Robert Cialdini „Influence: The Psychology of Persuasion“) fehlt, wird es sogar kritisch: Laut dem Edelman Trust Barometer brechen 40 % der Käufer:innen einen Kauf komplett ab, wenn keine nutzergenerierten Inhalte oder Bewertungen zu finden sind. Wir vertrauen Einzelpersonen tendenziell schneller. UGC-Creators haben auf den ersten Blick keine Verkaufsabsicht. Sie zeigen uns das Produkt in Aktion und wir identifizieren uns mit ihrer Freude am Produkt. Wir vertrauen ihnen und somit letztendlich dann auch der Marke – ein guter Touchpoint in der Customer Journey!
UGC stärkt die Kundenbindung
UGC schafft Anreize zur Interaktion: Wettbewerbe oder Umfragen fördern Engagement und die Nutzer:innen haben das Gefühl, gehört zu werden. Sie dürfen mitentscheiden und produzieren gleichzeitig kostenlosen Content für deine Marke. Wenn du als Marke diesen Content teilst, entsteht laut der Studie von Edelman echte Loyalität: 64 % der Kund:innen geben an, dass sie eher wieder Inhalte über eine Marke teilen, wenn diese zuvor ihren Content repostet hat.
UGC ist wie eine Empfehlung von deinem besten Kumpel. Die Informationen werden freiwillig aufgenommen, es entsteht nicht das Gefühl, dass etwas verkauft wird.
Joy-Marie Heuer
Social-Media-Redakteurin & -Managerin bei artundweise
So startest du mit UGC für dein Marketing
Rekrutiere Content Creators für UGC entweder direkt über Social-Media-Plattformen oder über spezielle UGC-Plattformen oder Agenturen. Wichtig: Die Auswahl der UGC-Creators sollte zur Markenidentität und Zielgruppe passen.
UGC braucht ein verständliches und ausführliches Briefing
Veranschauliche deine Ideen durch Videobeispiele, um eine Orientierung zu bieten. Eine Agentur, die UGC-Marketing für dich produziert, übernimmt diesen Schritt. Du kaufst am Ende nur die Videos, die dir gefallen.
Manchmal ist die Lösung näher, als man denkt! Eine alternative Möglichkeit, um an UGC zu gelangen, sind Wettbewerbe oder Aufrufe an die Community.
Deine Follower:innen (User:innen) können User Generated Content nicht nur konsumieren, sondern auch selbst erstellen. Durch Challenges oder Aufforderungen wie „Ladet ein Bild von eurem Lieblingsprodukt unserer Marke hoch“ generierst du kostenlos und einfach UGC für dein Unternehmen. Ein weiterer Vorteil ist hier: Die User:innen setzen sich durch die Teilnahme an solchen Aktionen intensiv mit deiner Marke auseinander und interagieren mit dieser.
Deine Follower:innen (User:innen) können User Generated Content nicht nur konsumieren, sondern auch selbst erstellen. Durch Challenges oder Aufforderungen wie „Ladet ein Bild von eurem Lieblingsprodukt unserer Marke hoch“ generierst du kostenlos und einfach UGC für dein Unternehmen. Ein weiterer Vorteil: Die User:innen setzen sich durch die Teilnahme an solchen Aktionen intensiv mit deiner Marke auseinander und interagieren mit dieser.
Unendliche Möglichkeiten: Verwendung von User Generated Content
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die nutzergenerierten Inhalte einzusetzen. Da UGC kostengünstig ist, kannst du viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten testen. Die Optionen sind endlos! Probiere einfach aus, welche Creators und welche Formate gut funktionieren.
User Generated Content kannst du in jeder Phase der Customer Journey einsetzen
- Aufmerksamkeit: User Generated Content steigert das Bewusstsein für ein Produkt oder eine Marke. Durch authentische Social-Media-Beiträge werden Kund:innen auf deine Marke aufmerksam!
- Interesse: Guter UGC weckt dann das Interesse potenzieller Kund:innen und führt sie so näher an die Kaufentscheidung heran. Rezensionen und Produktvideos von Kund:innen erhöhen das Vertrauen in deine Marke.
- Kaufentscheidung: UGC dient als Vertrauensbeweis und soziale Bestätigung und erhöht so die Conversion-Rate. Kundenrezensionen, Testimonials und User-generierte Produktbilder können eine Kaufentscheidung positiv beeinflussen.
Laut der Edelman-Studie generieren Social-Media-Posts mit UGC-Fokus 10,38-fach höhere Conversions als Posts, die von Marken selbst erstellt wurden. Auch auf Websites lohnt sich die Integration: UGC-Galerien steigern Web-Conversions um 29 % und verdoppeln die Verweildauer beinahe (plus 90 %). Auf Produktdetailseiten (PDPs) sorgt UGC sogar für eine dreifach längere Verweildauer. - Kundenbindung: Du wirkst durch User Generated Content sympathisch und nahbar. Die durch UGC geschaffene Nähe bindet deine Kund:innen an deine Marke und schafft Markenloyalität.
- Markenbotschafter:innen: Kund:innen, die aktiv Inhalte (mit) erstellen, werden zu Markenbotschafter:innen und tragen dazu bei, weitere Kund:innen zu gewinnen.
Du kannst UGC vielseitig einsetzen
Die klassische Art des User Generated Content sind Produktfotos und -videos. Hierbei zeigen Creators das Produkt und beantworten Fragen wie diese:
- „Warum sollte ich das Produkt kaufen?“
- „Hält es, was es verspricht?“
- „Wie wird es angewendet?“
Der Inhalt ähnelt einer Produktvorstellung – durch Format und Persönlichkeit wirkt er aber wie eine Empfehlung von Freund:innen.
Auch Rezensionen sind eine wichtige Art von UGC. Diese kannst du zum Beispiel ganz einfach als Anzeige verwenden. Werbeanzeigen, die auf echten Kunden-Reviews basieren, verzeichnen eine viermal höhere Klickrate (CTR) als traditionelle Display-Ads. Potenzielle Kund:innen möchten die Meinung der Käufer:innen wissen. Positive Rezensionen sind oft der letzte Funke an Überzeugungskraft, der noch fehlt, und führen dann idealerweise zu einer Kaufentscheidung.
Nicht nur bei Ads, sondern auch im E-Mail-Marketing wirkt UGC stark: Newsletter-Kampagnen, die Kunden-Content einbinden, erzielen eine um 78 % höhere Klickrate (Quelle: Edelman Trust Barometer).
UGC lebt auch von gutem Community Management
UGC ohne Community Management kannst du dir wie ein gut gestaltetes Schaufenster ohne Verkaufspersonal im Laden vorstellen: Die Aufmerksamkeit entsteht, aber die Fragen zu den Produkten bleiben unbeantwortet. Indem du auf deine Follower:innen eingehst, fühlen sie sich gehört und gesehen. Community Management ist eine anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe – „das macht der Azubi nebenbei“ haben wir schon oft gehört und es funktioniert allerspätestens dann nicht (mehr), wenn der Content wirklich Engagement produziert. Lass dich also auch dabei von einer Agentur unterstützen!
Mit Community-Management, also den Austausch in den Kommentaren, wirkt der User Generated Content noch authentischer und nahbarer für die Follower:innen.
Joy-Marie Heuer
Social-Media-Redakteurin & -Managerin bei artundweise
Rechtliche Fragen und mögliche Probleme
Dadurch, dass der Content von Privatpersonen erstellt wird, kann es zu rechtlichen Unklarheiten kommen. Hier greifen Urheber-, Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte. Sichere dich unbedingt ab:
- Lass die/den Creator:in eine Einverständniserklärung unterzeichnen,
- erwirb Lizenzen für Musik etc. und
- setze einen Vertrag auf.
Alternativ kannst du deinen UGC auch über Agenturen erwerben. So sind alle rechtlichen Dinge bereits geregelt. Du erwirbst dann die Nutzungsrechte mit den Inhalten zusammen. Das erspart dir viel Aufwand und schützt dich vor möglichen Problemen
Doch nur ein Trend? Die Zukunft des User Generated Content
Einige (selbsternannte) Expert:innen sehen ein Problem: UGC gelangt immer mehr in den Mainstream und der Hype endet irgendwann. So müssen Inhalte immer kreativer werden und damit teilweise auch teurer. Kund:innen haben zudem gelernt, was UGC ist, und durchschauen Werbung schneller.
Wir sagen:
Die Zukunft des User Generated Content: Doch nur ein Trend?
Einige (selbsternannte) Expert:innen sehen ein Problem: UGC gelangt immer mehr in den Mainstream und der Hype endet irgendwann. So müssen Inhalte immer kreativer werden und damit teilweise auch teurer. Kund:innen haben zudem gelernt, was UGC ist, und durchschauen diese Werbung schneller.
Wir sagen:
Es gibt einige Triggerpunkte, die funktionieren und immer funktionieren werden. User Generated Content ist weiterhin sinnvoll, nur eben nicht als die einzige und auch nicht als die perfekte Methode. Bleibe offen für Neues! Auch UGC muss kreativ herausstechen.