Aus Keywords werden Fragen. Was heißt das für deine Themenplanung?

Blogartikel, Newsletter, LinkedIn-Post: Woher kommt das nächste Thema, über das du schreibst? Jahrelang gaben die Keyword-Daten die Richtung vor. Sie zeigten, wonach viele Menschen suchen und danach haben wir geplant. Diese Daten zeigen inzwischen nur noch einen Teil der Nachfrage: Als das SEO-Tool Semrush ChatGPT-Prompts mit der eigenen Keyword-Datenbank abglich, ließen sich zwei von drei Prompts keinem Suchbegriff zuordnen.

Wie deine Zielgruppe heute sucht und welche Fragen SEO-Tools inzwischen im Wortlaut zeigen, liest du in dieser Ausgabe. Dazu fünf Schritte, mit denen du die Fragen findest, die deine Kund:innen wirklich beschäftigen.


Wie deine Zielgruppe heute sucht

Wenn du redaktionelle Beiträge planst, führt dein Weg wahrscheinlich über ein Keyword-Tool wie Semrush, Sistrix oder Ahrefs: Begriffe sammeln, nach Suchvolumen sortieren, die stärksten wandern in den Redaktionsplan. Aus ein paar Keywords wird ein Beitrag oder eine Landingpage. Das funktioniert weiterhin – nur deckt es immer weniger von dem ab, was deine Kund:innen in KI-Suchsystemen wie ChatGPT, Perplexity und Gemini tatsächlich fragen.

Aus Begriffen werden Situationen

Ein Beispiel aus unserer artundweise-Redaktion: Ein Keyword zum Thema KI-Sichtbarkeit wäre „GEO-Agentur“. In unseren Erstgesprächen hören wir stattdessen Fragen wie:

  • „Wie tauchen wir in KI-Antworten auf?“
  • „Wie optimiere ich meine Website für KI-Suche?“
  • „Warum nennt ChatGPT unsere Wettbewerber und uns nicht?“

Was heißt das für deine Themenplanung?

Nicht dein Angebot gibt das Thema vor, sondern das Bedürfnis der Kund:innen dahinter. Du planst nicht mehr nur entlang von Begriffen, sondern entlang von Fragen: Aus Keywords auf deiner Liste werden mehrere Themen – und jedes davon beantwortet eine konkrete Situation in der Customer Journey.

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So arbeiten wir im Content Marketing

Was Prompt-Recherche und die Search Console jetzt zeigen

Die Werkzeuge, mit denen du Keywords recherchierst, haben nachgelegt – und Google selbst auch. Zwei Berichte, die du kennen solltest, helfen dir bei der Themenplanung: Der eine zeigt die Fragen aus der KI-Suche, der andere, welche deiner Seiten in KI-Antworten auftauchen.

Prompt-Recherche statt Keyword-Suche

Thema eingeben, Fragen bekommen: Bei Semrush und inzwischen auch beim deutschen Anbieter Sistrix siehst du die Prompts im Wortlaut und nach Themen gebündelt. Daneben steht, was jemand damit vorhat – lernen, vergleichen oder kaufen.

Der KI-Bericht in der Google Search Console

Seit dem 31. August 2026 steht der Bericht allen Websites offen. Er zeigt dir, wie oft deine Seiten in den KI-Antworten von Google auftauchen, in den AI Overviews und im AI Mode – nicht aber, wie viele geklickt haben oder welche Frage dahintersteckt. Der Bericht wird erst sichtbar, wenn für deine Seiten überhaupt Daten vorliegen.

Wichtig: Das sind keine echten Prompts. Die Tools leiten aus anderen Datenquellen ab, wie Prompts wahrscheinlich lauten – überwiegend aus Klickstream-Panels und Schätzmodellen aus den USA. Auch die Häufigkeiten sind geschätzt: Sie taugen zum Sortieren, nicht als Beleg.

Wie kommst du an die richtigen Fragen? Frag Mensch und KI.

In fünf Schritten erarbeitest du dir eine Liste von Fragen, auf die die KI mit konkreten Empfehlungen für deine Zielgruppe antwortet.

  1. Frag mehr als eine KI: Stell dieselbe Frage in ChatGPT, Gemini und Perplexity. Nenne nur deine Leistung und frage, worauf Kund:innen bei der Auswahl achten. Notiere, was in allen Antworten vorkommt.
  2. Hör zu, wo deine Zielgruppe selbst fragt: In Foren wie Reddit, Quora oder gutefrage.net stehen echte Formulierungen – und AlsoAsked zeigt dir, welche Folgefragen an einer Frage hängen. Das sind reale Fragen, keine geschätzten.
  3. Beziehe Vertrieb und Kundenbetreuung mit ein: Welche Fragen tragen zu einer Entscheidung bei? Sortiere sie danach – in dieser Reihenfolge planst du deine Themen.
  4. Trenne Ratgeberfragen von Auswahlfragen: „Wie plane ich meinen Content?“ beantwortet die KI selbst, ohne Anbieter zu nennen. Bei „Wer übernimmt meine Content-Planung?“ fallen Namen. Sichtbar wirst du eher bei der zweiten Art.
  5. Fasse ähnliche Fragen zusammen: Ein Gedanke, eine Frage – so landen nicht drei Beiträge zum selben Thema in deinem Plan. Wird dieselbe Frage nur unterschiedlich formuliert, merkt die KI das von allein.

Tauche tiefer ein:

Jens Hurling erklärt, welche Fragen sich zu beobachten lohnen, welche du dir sparen kannst und wie du in acht Schritten zu deinem eigenen Set kommst: Wie funktioniert die KI-Customer Journey?

Prompt Research

Welche Fragen stellt deine Zielgruppe der KI?

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