Blogartikel, Newsletter, LinkedIn-Post: Woher kommt das nächste Thema, über das du schreibst? Jahrelang gaben die Keyword-Daten die Richtung vor. Sie zeigten, wonach viele Menschen suchen und danach haben wir geplant. Diese Daten zeigen inzwischen nur noch einen Teil der Nachfrage: Als das SEO-Tool Semrush ChatGPT-Prompts mit der eigenen Keyword-Datenbank abglich, ließen sich zwei von drei Prompts keinem Suchbegriff zuordnen.
Wie deine Zielgruppe heute sucht und welche Fragen SEO-Tools inzwischen im Wortlaut zeigen, liest du in dieser Ausgabe. Dazu fünf Schritte, mit denen du die Fragen findest, die deine Kund:innen wirklich beschäftigen.
Wenn du redaktionelle Beiträge planst, führt dein Weg wahrscheinlich über ein Keyword-Tool wie Semrush, Sistrix oder Ahrefs: Begriffe sammeln, nach Suchvolumen sortieren, die stärksten wandern in den Redaktionsplan. Aus ein paar Keywords wird ein Beitrag oder eine Landingpage. Das funktioniert weiterhin – nur deckt es immer weniger von dem ab, was deine Kund:innen in KI-Suchsystemen wie ChatGPT, Perplexity und Gemini tatsächlich fragen.
Aus Begriffen werden Situationen
Ein Beispiel aus unserer artundweise-Redaktion: Ein Keyword zum Thema KI-Sichtbarkeit wäre „GEO-Agentur“. In unseren Erstgesprächen hören wir stattdessen Fragen wie:
- „Wie tauchen wir in KI-Antworten auf?“
- „Wie optimiere ich meine Website für KI-Suche?“
- „Warum nennt ChatGPT unsere Wettbewerber und uns nicht?“
Was heißt das für deine Themenplanung?
Nicht dein Angebot gibt das Thema vor, sondern das Bedürfnis der Kund:innen dahinter. Du planst nicht mehr nur entlang von Begriffen, sondern entlang von Fragen: Aus Keywords auf deiner Liste werden mehrere Themen – und jedes davon beantwortet eine konkrete Situation in der Customer Journey.
Der KI-Bericht in der Google Search Console
Seit dem 31. August 2026 steht der Bericht allen Websites offen. Er zeigt dir, wie oft deine Seiten in den KI-Antworten von Google auftauchen, in den AI Overviews und im AI Mode – nicht aber, wie viele geklickt haben oder welche Frage dahintersteckt. Der Bericht wird erst sichtbar, wenn für deine Seiten überhaupt Daten vorliegen.
- Frag mehr als eine KI: Stell dieselbe Frage in ChatGPT, Gemini und Perplexity. Nenne nur deine Leistung und frage, worauf Kund:innen bei der Auswahl achten. Notiere, was in allen Antworten vorkommt.
- Hör zu, wo deine Zielgruppe selbst fragt: In Foren wie Reddit, Quora oder gutefrage.net stehen echte Formulierungen – und AlsoAsked zeigt dir, welche Folgefragen an einer Frage hängen. Das sind reale Fragen, keine geschätzten.
- Beziehe Vertrieb und Kundenbetreuung mit ein: Welche Fragen tragen zu einer Entscheidung bei? Sortiere sie danach – in dieser Reihenfolge planst du deine Themen.
- Trenne Ratgeberfragen von Auswahlfragen: „Wie plane ich meinen Content?“ beantwortet die KI selbst, ohne Anbieter zu nennen. Bei „Wer übernimmt meine Content-Planung?“ fallen Namen. Sichtbar wirst du eher bei der zweiten Art.
- Fasse ähnliche Fragen zusammen: Ein Gedanke, eine Frage – so landen nicht drei Beiträge zum selben Thema in deinem Plan. Wird dieselbe Frage nur unterschiedlich formuliert, merkt die KI das von allein.
Tauche tiefer ein:
Jens Hurling erklärt, welche Fragen sich zu beobachten lohnen, welche du dir sparen kannst und wie du in acht Schritten zu deinem eigenen Set kommst: Wie funktioniert die KI-Customer Journey?