„Den Text hat doch ’ne KI geschrieben!“
Moderne Paranoia im Content Marketing: Wir lassen KI die Texte schreiben
Das Wichtigste zuerst: Nein, natürlich stimmt das nicht. Wir schreiben unsere Texte selbst. Ja, auch jetzt gerade in diesem Moment, während ich tippe. Aber was ich hier ins Lächerliche ziehe, ist gar nicht so weit hergeholt. Denn wenn ich einen Penny für jede „Den Text hat doch ’ne KI geschrieben!“-Anschuldigung hätte … dann hätte ich schon zwei Pennys. Und das sind zwei zu viel.
Internet-Brainrot oder echte Passion – kommst du auch durcheinander?
Es scheinen nicht nur meine Texte zu sein, die Kund:innen in letzter Zeit misstrauisch machen. Vielmehr ist es ein übergreifendes Unsicherheitsgefühl, das der zunehmende Einsatz von KI in den Menschen auslöst. Verstehe ich. Egal, wo man heutzutage hinschaut: Tralalero Tralala, Tung Tung Tung Sahur und weiterer AI Slop lauern in allen Ritzen des Internets. Doch nicht jeder KI-Beitrag lässt sich so einfach identifizieren. Manchmal ist es wirklich schwer, zwischen echten Menschen und KI zu unterscheiden. Nur – woher kommt diese plötzliche Paranoia rund um Texte? Ich habe da ja so meine Theorien …
Grund 1: Schlichtweg fehlende Expertise
Texte sind allgegenwärtig. Wir lesen sie jeden Tag. Der Zeitungsartikel am Morgen, der Social-Media-Post in der Mittagspause und der Sci-Fi-Roman vor dem Einschlafen. Doch das allein macht den Otto Normalverbraucher noch lange nicht zu einem Text-Genie. Er kann einschätzen, ob ihm ein Text gefällt oder nicht. Aber was weiß er wirklich über das Schreiben als künstlerisches Handwerk?
Gutes Gespür für Sprache und Text, die richtigen Wörter an den richtigen Stellen, ein Gefühl für den Flow der Sätze – all das und mehr steckt in der Expertise von erfahrenen Redakteur:innen. Den Fokus dabei immer auf das individuelle Ziel eines Textes ausgerichtet: Wollen wir berühren, verkaufen oder provozieren? Das ist nicht einfach mal eben von einer KI reproduziert.
Grund 2: Der verteufelte Gedankenstrich
Ich gebe zu, ich traue mich schon fast nicht mehr, meinen geliebten Gedankenstrich zu benutzen – obwohl er doch so praktisch ist! Mittlerweile hat er sich jedoch zum inoffiziellen Erkennungsmerkmal von KI-Texten entpuppt. „Schließlich benutzt den ja sonst keiner!“ … Außer gekonnten Texter:innen, natürlich. Das ist auch deswegen eine wilde Aussage, weil ChatGPT und Co. diesen langen Gedankenstrich ja irgendwie gelernt haben müssen. Also an Texten. Von Menschen. Wir merken uns also: Gedankenstrich ≠ KI-generierter Text.
Grund 3: Eine Frage der Qualität
Hier scheiden sich die Geister: Vermuten wir eine KI eher hinter Texten, die wir als besonders gut (vielleicht sogar zu gut) empfinden? Oder ist es das Gegenteil: Spricht die Oberflächlichkeit eines Textes doch eher für die Sprache einer KI? Leere Worthülsen, Wiederholungen, ein bestimmter robotischer Klang.
Tatsächlich wollen die wenigsten Kund:innen noch Interviews geben. Spart schließlich Zeit – und Geld. Stattdessen reichen wir Dokumente per Mail hin und her. Die Gefahr: Ohne echten, persönlichen Austausch bleibt der Text oft oberflächlich. Jedenfalls im Vergleich zu Texten, die auf lebhaften Gesprächen basieren. Ich muss dein Thema verstehen, deine Passion fühlen und deine Ziele kennen, bevor ich darüber schreiben kann – ohne Worthülsen und mit echter Tiefe. Das ist in einer Welt, in der sich Content nur noch schwer abhebt, wichtiger denn je.
Was KI wirklich kann (Spoiler: handwerklich gute Texte sind es nicht)
Ja, ich gebe zu, manchmal will ich mich bei dem Thema KI dramatisch auf den Boden werfen, meine Hände zu Fäusten ballen und schreien. Aber der vernünftigere Teil in mir möchte auch KI nicht grundsätzlich verteufeln. Im Gegenteil: Nutzt sie, um euch inspirieren zu lassen. Um Überschriften zu brainstormen. Um euren Text besser zu strukturieren. Um Fehler zu finden. Oder um hier und da etwas mehr Flüssigkeit in eure Sätze zu bringen. Das tun wir auch.
Wenn ihr mich fragen würdet …
… dann ist vermehrtes Misstrauen gegenüber KI gar nicht so verkehrt – manchmal jedoch an der falschen Stelle. Jetzt könnte man sagen: „Laura, vielleicht sind deine Texte auch einfach nicht so krass, wie du denkst.“ Gut, auch möglich. Aber du hast schon bis hierhin gelesen, oder? Merkste selbst.