Zeitung Online 2010 – Digitale Strategien


Konferenz der Verlagsbranche

 

Am 08. und 09. Juni trafen sich die Entscheider der Verlagsbranche bereits zum zehnten Mal, um auf der Konferenz „Zeitung Online“ die Trends und Entwicklungen rund um das digitale Geschäft der Zeitungen und Verlage zu erörtern.

Im Fokus der von der BDZV und WAN-IFRA organisierten Veranstaltung standen dabei folgende Fragen:

– Local Heroes: Was funktioniert im lokalen Markt?
– Paid Content: Welche Bezahlmodelle sind erfolgversprechend?
– E-Publishing: Was sind die Produkte, wo ist das Geschäftsmodell?
– Werbung 2010: Was muss die Zeitung leisten?
– Wo sind ungenutzte Potenziale?

Spannende Fragen, für die die meisten Anwesenden wahrscheinlich am liebsten eine Patentlösung serviert bekommen hätten. In der Tat wurden in diesem Kontext einige interessante Praxisbeispiele vorgestellt.

Die präsentierten Ergebnisse lassen sich aber leider nicht einfach von jedem Verlag adaptieren. Und genau das ist das Problem.
Verlage sind sehr komplexe, individuelle Unternehmen, für die die präsentierten Beispiele nicht verallgemeinert werden können.
Ziele, Zielgruppen und auch die zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen unterscheiden sich signifikant. Darüber hinaus sind Verlage geprägt von personellen Strukturen und technischen Prozessen, die ohne großen Aufwand nicht verändert werden können.

Um eine wirtschaftliche und nachhaltige digitale Strategie für einen Verlag zu entwickeln, müssen all diese Dinge verlagsspezifisch betrachtet werden.
Die Investitionen in neue Systeme, Strukturen und Produkte, um von der digitalen Wertschöpfungskette profitieren zu können, müssen im Einklang mit Kosten, Nutzerwünschen und bestehenden Prozessen und Ressourcen stehen.

Fazit:
Themen wie z.B. iPad, Couponing, verschiedene Paid Content Modelle oder neue Ansätze zu lokalen Vermarktungsstrategien gab es auf der Zeitung Online genug.
Im nächsten Schritt muss jeder Verlag diese Ideen individuell auf deren Nutzen für die eigene Strategie prüfen. Denn sich diesen Themen komplett zu verweigern, bedeutet Stagnation, und das bedeutet in diesen Zeiten Rückschritt.