Website vs. Facebook-Page


Ist der separate Marken-Auftritt noch notwendig?

Mittlerweile wird der Einsatz diverser Social Media Kanäle vom Beiwerk zur Basis. So stößt man, unter anderem aufgrund der immer vielfältigeren Möglichkeiten, bereits auf die Fragestellung, ob zusätzlich zu den Einrichtungen auf den verschiedenen sozialen Plattformen eine Website denn noch notwendig ist oder ob durch alle anderen Standbeine bereits eine ausreichende Bandbreite an Kommunikationsmöglichkeiten gegeben ist.

Vergleicht man allein die optischen Möglichkeiten ist es im Rahmen einer Facebook-Seite drastisch schwerer den Markenkern ins Zentrum zu rücken. Facebook dominiert hier die Ansicht und lässt funktional ebenfalls mit etlichen Hürden kämpfen. Für einen qualitativ hochwertigen ersten Eindruck, wäre ein anderer Einstieg erforderlich.

Vor einer Weile verglich auch Martin Oetting sehr passend die verschiedenen Möglichkeiten der Präsenz im Web mit Kneipenbesuchen. Die Vor- und Nachteile der Etablissements wurden wunderbar simpel nachvollziehbar. Nur an einer Stelle wurde es meiner Meinung nach etwas schwierig, denn selbst an meinem sehr liberalen Stammtisch darf ich keine Kostproben eigener Getränke ausschenken. Doch die Quintessense der „kurzen Anmerkung“, den digitalen Hauptsitz einer Marke und somit einen großen Anteil der Kommunikation und Aussenwirkung nicht in fremde Hände zu legen, ist wunderbar auf den Punkt gebracht.

Ebenfalls gegen das alleinige Standbein Facebook-Page spricht das stille Unliken. Statt sich über den Link „Gefällt mir nicht mehr“ komplett von der Fanpage zu lösen, wird nur die Anzeige der Inhalte geblockt und der „Like / Gefällt mir“ Eintrag im persönlichen Profil bewahrt. Es wird vermutet, dass dies nicht besonders häufig in der Praxis auftritt. Doch, ob zur Profilierung im Bekanntenkreis oder zum Gefallen der Seitenbetreiber, den ein oder anderen Grund lediglich auszublenden statt dem Angebot komplett den Rücken zu kehren, gibt es durchaus. So mag man also mit den Besucherzahlen einer Website zuverlässigere Zahlen in der Hand haben, als mit der Dunkelziffer der Fans auf Facebook. Nach dem Blocken der Inhalte werden nämlich nicht nur die Meldungen der Timeline verborgen, sondern ebenfalls die Empfehlungen von Freunden zum Anbieter.

Weshalb ich jetzt generell auf das Titel-Thema dieses Beitrags komme? Aktuell befindet sich an vielen Orten die Frage in der Diskussion, ob man die Kommentare seines Angebots komplett über die Funktionalitäten von Facebook abwickeln sollte. So verbindet man die Reaktionen auf der Facebook-Page und das eigene Online-Angebot und profitiert an beiden Stellen von der Bewegung im verbundenen Umfeld. Trotzdem keine einfache Entscheidung, denn man gibt ein großes Stück Kontrolle über sein Kommentarsystem ab. Die Übernahme oder Ablage in das eigene Archiv ist nicht möglich. Die Verwaltungshoheit bleibt bei Facebook. Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass die Kommentare durch das notwendige einloggen ins Profil hochwertiger würden, da eine abfällige oder überzogene, anonyme Reaktion erschwert wird.

Um doch frei und anonym kommentieren zu können, existieren inzwischen etliche gefälschte Facebook-Profile und doch schreckt viele Nutzer das Kommunizieren über Facebook derartig ab, dass die Interaktion selbst bei bisher hochfrequentierten Angeboten wie Techcrunch stark zurück geht. Hier gilt es abzuwägen und zu beraten, für welches Angebot, welcher Weg von Vorteil ist.