Was kommt als Nächstes auf uns zu?


Sind Social Networks der Gipfel der Entwicklung?

 

Jetzt stoße ich wiederholt auf die Frage „What comes next?“. Die Diskussion findet schon eine geraume Zeit im Mediensektor statt, auch die eCommerce-Gemeinde sucht nach Zeichen der Zeit und nun orakeln ebenso die Betreiber der sozialen Netzwerke.

Vergangenen Montagabend versammelten sich hochkarätige Köpfe diverser bekannter Unternehmen in Oxford und stellten sich (mehr oder weniger) der Frage der zukünftigen Entwicklung. Mercedes Bunz vom Guardian berichtete gestern im TheDigitalContentBlog, und ich möchte hier mal die Stellen über die für mich spannendsten Redner übersetzen und zusammenfassen.

Peter Thiel (Mitbegründer von PayPal) wirft erst einmal die Frage auf, wo wir in der Entwicklung der sozialen Netzwerke überhaupt stehen; sind sie tatsächlich nahezu ausgereift oder stehen wir doch eher am Anfang? Der Stand der Dinge wäre ja schon in der Vergangenheit grob unterschätzt worden, als man Google 2002 nicht bereits als DIE zentrale Suchmaschine erkannte, zu der sie sich etabliert hatte.
Dann legt Peter Thiel noch einen drauf: Stößt das Internet selbst jetzt vielleicht schon an seine Entwicklungsgrenzen? Und müssen wir in ganz anderen Richtungen nach der Antwort suchen und wieder zu Science Fiction Romanen greifen?

Biz Stone (Twitter CEO) provozierte eingangs direkt mit dem Ausspruch „Social networks, what’s the deal?“, ließ die Frage im Raum stehen und ging, laut Frau Bunz, dazu über die politische Bedeutung von Twitter ins Zentrum zu rücken. Es wäre eher ein Netzwerk für Informationen als für soziale Verbindungen. Die immer weiter wachsende Transparenz, Offenheit und Informationsstreuung hätte immer stärkeren globalen Einfluss, so dass wir alle zu Weltbürgern werden und uns weniger einer einzelnen Nation zugehörig fühlen.

Einer, der meiner Ansicht nach, tatsächlich versuchte Antworten und Ausblicke zu liefern, war wohl Ram Shriram, einer der ersten Google Investoren. Er sieht eine Welle neuer Möglichkeiten in der Kombination der Netzwerke und Mobile. Ein Trend, der mal nicht in den USA sondern in Asien startete, wo beispielsweise in China und Indien das Handy schon immer wie ein PC genutzt wurde. Laut Shriram ein Weg auf dem Zeitungen immer mehr an Relevanz verlieren, da somit über Plattformen wie Facebook hauptsächlich Informationen ausgetauscht werden. Ebenso würden eMails durch Facebook ersetzt werden und das Gaming vom Gadget direkt ins Netz verlagert.

Im Großen und Ganzen möchte sich offensichtlich nach den vielen Jahren der immer neuen Booms und Hypes niemand mehr überraschen lassen. Verständlich, da sich neben den enormen Höhen eben auch große Löcher auftuen, in die niemand stolpern möchte. Dumm, dass weder Nostradamus noch Glaskugeln hier konkrete Hilfe leisten können, doch Entwicklung findet nunmal nicht in eingegrenzten Bahnen statt und der Stillstand wäre sicherlich noch schrecklicher.