Warum Facebook das neue Google ist


Seit einem Jahr kann man sehen, was das „Web 2.0″ hervorbringen wird: Facebook. Während Google (natürlich auch Amazon und eBay) als Ergebnis des ersten Web Hypes die wichtigste Firma der Welt geworden ist, wird Facebook diesen Status in den nächsten Jahren erreichen. Es ist die einzige Plattform, die ein nachvollziehbares und schon bald funktionierendes Geschäftsmodell hat und über die größten Steigerungsraten verfügt.

Wie Google eigentlich spät gestartet, bietet Facebook heute durch die offenen Schnittstellen, das Grundkonzept und die große Verbreitung das ideale Portal für alle die nicht in PageImpressions, sondern in Unique Usern denken. Egal wer Zielgruppen adressieren will, er kann sie einfach und bequem auf Facebook erreichen – inkl. dem wichtigen Branding, also der Möglichkeit ein Foto mit dem Firmenlogo oder Produkt abzubilden. Nach SEO kommt Facebook Optimization – also die computergesteuerte Erstellung von Anzeigen, die genau zu Zielgruppen passen. Nicht mehr Worte, die jemand sucht sind wichtig, sondern wer er oder sie ist. Werbung die nicht mehr nervt, sondern mich anspricht, ohne als störend empfunden zu werden.

Wie Google kann Facebook sich ganz in Ruhe entwickeln und sein Modell optimieren. Wer in Zukunft seine Zielgruppe erreichen will und keine Lust mehr hat, gigantische Summen in das Gießkannenprinzip TV oder Print zu stecken, hat mit Facebook eine Plattform, genau die Menschen zu adressieren, die von Interesse sind.

Doch auch die Plattform an sich, also ohne die kostenpflichtige Werbemöglichkeit bietet zahlreiche Möglichkeiten in einer stark vernetzten viralen Welt mitzuspielen. Der Facebook Stream, also die Neuigkeiten aus der Community war lange Zeit als inhaltsleer verschrieen. Jetzt zeigt sich seine Stärke: Immer mehr Dienste und Firmen schließen ihre Applikation an Facebook an und wer will kann dann in seinem Profil auch seine Aktivitäten in anderen Systemen anzeigen lassen – und so seine Freunde informieren. Die viel zitierte Viralität hat so eine ausgezeichnete Plattform. Ein Paradies für Marken, die etwas zu sagen haben, interessant sind oder unterhalten.

Facebook wird in den nächsten Jahren zur zentralen Plattform für Beziehungen und die damit einhergehenden Empfehlungen, die bekanntermaßen eine der wichtigsten Quellen für Kaufentscheidungen darstellt. Händler werden die Macht der spitzen Adressierung lieben lernen und enormen Traffic über Facebook generieren.

Die Medien und Verlage werden zunächst erschreckt feststellen, dass wohl eine einzige generelle Community ausreichend ist, wenn dort alles, was man in den Weiten des Web 2.0 so macht aggregiert zusammen kommt. Doch nach dem Schreck folgt die Erkenntnis: Auch ein Medienunternehmen kann Facebook für sich nutzen, in dem es Teaserinhalte anbietet und seine Community mit der Mutter aller Socialnetworks verknüpft. Schon heute sind die Technologien wie Facebook Connect dafür vorhanden. Es gibt also einiges zu tun im Bereich der inhaltlich getriebenen Communities – angeschlossen an Facebook sind sie weiterhin eine wichtige strategische Komponente für Verlage.

Facebook ist gerade dabei den sich konsolidierenden Markt zu „übernehmen“ und wird mit seiner rasant wachsenden Reichweite die zweite Säule eines gut durchdachten Geschäftsmodells – als Nummer zwei nach Google.