Von kreativen Rudeln


Der KLUB DIALOG Nummer 7

Letzten Donnerstag habe ich zum dritten Mal in Folge die Stauerei zum KLUB DIALOG besucht. Trotz des Wetters, bei dem man normalerweise auf der Couch bleiben möchte, haben sich die Räumlichkeiten in der Überseestadt doch gut gefüllt. Ich würde schätzen, dass über 70 Leute da waren (hat jemand gezählt?).

 

Wieder ging es später los als angekündigt, so dass genug Zeit war sich erstmal mit Getränken an der nett gestalteten Bar zu versorgen.

Dann nahmen wir neben der Haltestelle Platz und lauschten der beginnenden, von Linn Quante geleiteten Podiumsdiskussion zum Thema Stadtentwicklung, Gentrifizierung und Vertreibung von Ortsansässigen durch eine Steigerung der Mietpreise und welche Rolle Künstler und Kreative in diesem Prozess spielen.
Die Gäste waren der Journalist und freie Autor Christoph Twickel aus Hamburg, der unter anderem für die Frankfurter Rundschau, die Frankfurter Sonntagszeitung oder auch Brand Eins schreibt und die Kulturmanagerin und -wissenschaftlerin Elisabeth Mayerhofer aus Wien.

Die beiden vertraten sehr unterschiedliche Positionen: Der Hamburger hatte vor 1,5 Jahren gemeinsam mit anderen ein Manifest mit dem Titel „Not In Our Name, Marke Hamburg“ geschrieben, das sehr viel Zustimmung und Anerkennung fand. Er gehört allerdings nur lose diesem Kreis an, der dann ab und zu in verschiedenen Konstellationen mal Aktionen startet und das Thema immer wieder aufgreift.

Frau Mayerhofer ist der Meinung, dass sich solche kreativen Gruppen zu „Gewerkschaften“ zusammenschließen müssten, um in der Politik etwas bewirken zu können. Es braucht Strukturen um überhaupt eine Möglichkeit zu haben, gehört zu werden.

Diese beiden Diskussionsparteien wurden durch diverse Fragen moderiert.
Zur zukünftigen Entwicklung lässt sich noch nicht so viel sagen, nur dass eine Entwicklung stattfindet und sich verschiedene Gruppen zu etlichen Themen engagieren und dass auch weiterhin tun werden. Ob es dafür Gewerkschaften oder übergeordnete Verbände geben wird, die all die unterschiedlichen Charaktere verbinden können, bleibt fraglich.

Dann wurde der zweite Teil des Abends eingeleitet. Der Kiosk, der sich (ich glaube sogar mit seinem Namen „Zum Wolf“) auf den Titel der Veranstaltung „Organisierte Kreativität – Von Rudelbildung und Revierkämpfen“ bezog, wurde offiziell eröffnet und in kleineren Gruppen nun über die angesprochenen Themen diskutiert.

Es war auf jeden Fall ein interessanter Abend mit einem Thema, das mich sehr interessiert, da es in Berlin (meiner Heimatstadt) auch diese Tendenzen gibt und mir die Entwicklung dort weiterhin sehr am Herzen liegt.

PS: Die Wolfsmasken waren klasse. Hat noch jemand eine übrig?