Takeover-Marketing: Wie Influencer Ihre Kunden beeinflussen

In der digitalen Zeit sind wir immer auf der Suche nach glaubwürdigen Inhalten. Wir vertrauen nicht mehr den klassischen Werbebotschaften von Unternehmen, sondern vorzugsweise echten Menschen.

Bevor ein Produkt in unserem Einkaufswagen landet, informieren wir uns häufig online über seine Qualität: zum Beispiel über Bewertungen anderer User. Erfahrungsberichte und Einschätzungen von anderen beeinflussen unsere alltäglichen Entscheidungen. Das Schlagwort: Influencer-Marketing. Laut einer Studie der Macromedia Hochschule und den webguerillas gehört jeder elfte Deutsche zu dieser besonders stark vernetzten Gruppe der Influencer.

 

Influencer als Multiplikatoren Ihrer Markenbotschaft

Wenn Sie Ihre Botschaften in einer überzeugenden Geschichte erzählen, wecken Sie das Interesse Ihrer Nutzer, in die Welt Ihrer Marke einzutauchen. Klassische Werbung – Reklame – kann das nicht mehr. Denn erfolgreiche Kundenkommunikation funktioniert nicht mehr über ein aufdringliches „Kauf mich!", sondern muss zu einem vielschichtigen „Glaub mir!" werden. Glaubwürdigkeit ist der Treibstoff für eine gute Kundenbeziehung – viele Unternehmen setzen deshalb auf Influencer-Marketing. Als Influencer werden Personen bezeichnet, die mit ihrem Handeln Einfluss auf ihre Leser, Hörer oder Zuschauer haben. Sie haben einen direkten Draht zu ihrer Zielgruppe und können deshalb als zugkräftiges Sprachrohr für Ihr Unternehmen eingesetzt werden. Früher waren diese Testimonials oft Schauspieler, Sportler oder andere Prominente – heute sind es immer häufiger Blogger oder YouTuber, die eine große Zahl an Followern haben, weil sie auf einem bestimmten Gebiet Expertise beweisen – oder weil sie einfach die Sprache ihrer Fans sprechen. Ihre Empfehlungen werden von vielen Mitgliedern der relevanten Zielgruppe ernst genommen – sie verhalten sich in der Kommunikation mit ihren Followern wie der beste Freund, der Bruder oder Lieblingsnachbar. Und: Sie sind authentisch.

Glaubwürdigkeit ist für diese einflussreiche Gruppe ein wichtiger Aspekt. Sie müssen zu jeder Zeit ihren Lesern und Zuschauern versichern können, dass ihre Meinung auf Erfahrung und ehrlichem, persönlichem Eindruck basiert – und nicht zum Beispiel durch besondere Zuwendung des Produktherstellers beeinflusst wird. Die Influencer versuchen deshalb immer auch, die Nachteile eines zur Verfügung gestellten Produkts zu finden – und keine Lobeshymne zu singen, die man auf rein geschäftliche Absprachen zurückführen könnte. Daher ist die Zusammenarbeit mit solch vertrauenswürdigen Meinungsmachern für Unternehmen und Influencer gleichermaßen wertvoll und sensibel.

Takeover-Marketing im Mittelstand: ein Beispiel

Marina ist 34 Jahre alt und ist vor zwei Jahren in die Geschäftsleitung des Familienbetriebs eingestiegen. Das Unternehmen ihrer Eltern stellt verschiedene Produkte aus biologischem Anbau her: Neben Marmeladen, Fruchtpürees und Chutneys vertreibt das Familienunternehmen auch Trockenobst und -gemüse. Marina steht selbst leidenschaftlich gern in der Küche – Inspiration dafür findet sie häufig auf Food-Blogs oder bei YouTube. Ihre Idee: Die eigenen Produkte auch über das Social Web vermarkten. Beim Stöbern stößt Marina auf den Back-Blog von Isabelle, die ihre kulinarischen Küchengeheimnisse mit mittlerweile 45.000 Followern teilt. Die Hamburgerin gilt als Influencerin: Sie ist immer auf der Suche nach interessanten Themen und teilt Ihre Erfahrungen mit Produkten und Angeboten dann mit ihren Lesern.

Jeden Sonntag veröffentlicht die Bloggerin neue Rezepte für Kuchen, Kekse und Tartes auf ihrem Blog – zubereitet mit den Produkten, die Marina ihr zur Verfügung stellt – und kennzeichnet Ihre Beiträge auch als Kooperationen, mit Link zum Instagram-Account von Marinas Firma, wo sie jedes ihrer Backwerke auch postet – gespickt mit Tipps zur Zubereitung.

Das Takeover-Marketing ist ein effektives Werkzeug, um Ihren Online-Präsenzen frischen Wind einzuhauchen – vorausgesetzt, der Content des Influencers passt inhaltlich perfekt zu Ihrer Branche. Schreibstil und Sprache spielen eine ebenso wichtige Rolle wie seine Persönlichkeit. Wichtig ist: Sie gehen auf die Influencer zu, nicht andersherum. Personen, die zu Ihnen passen, finden Sie zum Beispiel auf Plattformen wie exomatch, BuzzBird oder InfluencerDB. Bei der Auswahl des Influencers gilt in der Regel: Qualität vor Quantität. Ein Account mit 25.000 Followern und viel Interaktion kann für Ihr Unternehmen wertvoller sein als ein Account mit 250.000 Fans und wenig Charakter. Ist Ihnen besonders am Aufbau von Reichweite gelegen, sollten Sie die Größe des Accounts ebenfalls beachten.

Am Ende profitieren alle Parteien: Die Marke erhält einen Aufmerksamkeitsboost durch den in der Nische prominenten Influencer und die Kunden bekommen während des Takeovers in jedem Fall willkommene Abwechslung geboten. Ist zum Beispiel ein neues Rezept auf dem Blog erschienen, schicken die Influencer es über all ihre Kanäle in die Welt:

Gleichzeitig bedeutet Takeover-Marketing auch Kontrollverlust, denn: ein Unternehmen gibt sein Social-Media-Zepter an eine im Grunde völlig fremde Person ab. Zwar gehören vertragliche Regelungen zu einem solchen Werbeschritt unbedingt dazu – gewinnen kann ein Unternehmen allerdings nur, wenn es seinem Influencer Freiheiten in der Umsetzung einräumt. Kein von einem unternehmensinternen Kreativ-Team ausgearbeitetes Konzept wird jemals 1:1 umgesetzt werden – zu sehr lebt ein Takeover von der Kreativität und den eigenen Ideen des Influencers. Glaubwürdigkeit und offene Meinungsäußerung können mit streng kontrollierten Marketingvorgaben nicht erreicht werden. Durch die Authentizität des Bloggers oder Youtubers wirkt der Content auf die Nutzer jedoch nicht wie Reklame, sondern wie eine wertvolle Orientierungshilfe.Abnehmende Kontrolle ist dabei allerdings kein Phänomen des Influencer-Marketings: Heutzutage haben wir es in allen möglichen Bereichen der digitalen Kommunikation mit Momenten des Kontrollverlusts zu tun – ganz gleich, ob man Kommentare in den sozialen Medien oder Produktbewertungen in Onlineshops betrachtet. Ihre Kunden haben immer häufiger die Möglichkeit, ihre persönliche Meinung prominent kundzutun – und sie nutzen diese Möglichkeiten. 

Auf der Suche nach spannenden Geschichten


Besonders die Einführung neuer Produkte oder Markenevents eignet sich für den Einsatz von Influencern, denn: Wer Anlässe schafft, erzeugt damit oft den Stoff für spannende Geschichten. In der Zeit ihrer Apfelernte, die Marinas Familienbetrieb ohnehin auf Instagram begleitet, bietet sich außerdem eine Blog-Reihe zu kreativen Apfelgerichten an. Bloggerin Isabelle versteht ihre Zielgruppe und verpackt ihre Rezepte mit spannenden Fakten und Anekdoten in lesenswerte Geschichten. Genau diese Geschichten sind es, die die User interessieren und fesseln – sie sind informativ, persönlich und authentisch. Und gutes Storytelling ist das, was Content Marketing ausmacht.


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