Notgroschen oder Portemonaie-Ersatz


Mobiles Bezahlen per NFC

Für jemanden, der wie ich ziemlich häufig vergisst vor dem Arbeitstag am Geldautomaten sein Verpflegungsbudget für die Mittagspause auf zu stocken, den könnte die zukünftige Möglichkeit im Geschäft mit dem Handy zu zahlen bald beglücken. Ist den restlichen Tag über nämlich keine Zweigstelle eines passenden Geldinstitutes zu passieren, wird es ohne Barschaft für mich immer unangenehm.

Die Kleinbeträge, die morgens unterwegs für den Kaffee oder sonstige Verköstigung zu zahlen sind, mag ich nicht per EC-Karte begleichen und zum Teil wird von Geschäften durch einen Mindestbetrag an dieser Stelle sowieso bereits ein Riegel vorgeschoben. Per NFC (Near-Field-Communication) soll das in Zukunft direkt an der Kasse mit dem Handy erledigt werden können und das Wettrennen um ein entsprechendes System liegt bereits an.

Ganz vorn dabei in den Bemühungen um die Einführung eines einheitlichen Bezahlsystems per NFC ist Google mit Wallet. Weshalb das System seinen Anfang in New York und San Francisco hat? Nun, ich könnte mir denken, dass ein Grund dafür ist, dass hier der öffentliche Nahverkehr stark genutzt wird und die Technik für eben diese Kleinbeträge von großem Vorteil ist.

Auch die Telekom will mit Vodafone und Telefónica Germany noch dieses Jahr mit einem gemeinsamen Unternehmen namens „mpass“ an den Start gehen und Mitte 2012 sollen Sparkassen-Cards schrittweise mit passenden Chips ausgerüstet werden.

Die Technik wird gerade für immer mehr Einsatzmöglichkeiten adaptiert. Unter anderem soll von Sharp ein Tablet mit NFC-Chip auf den Markt kommen. Und so sollte man sich gedanklich auch nicht nur NFC für Zahlungszwecke speichern, denn die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß.

  • Smart-Poster mit Chip, die zum Beispiel Websites aufrufen und so das Geschäft sich direkt bewerten lassen kann.
  • Austausch von Daten von Handy zu Handy auf einem etwas sichereren Weg.
  • Ersatz der Treuepunkt Sammelkarte.
  • Zugangskontrolle für spezielle Bereiche (Parkhäuser, Studienlabore, Backstage-Bereich, etc.)
  • Öffnen der Autotür und gleichzeitig der Abruf der Einstellungen für die optimale Position des Fahrersitzes, Spiegel, etc.
  • Download von passenden Fahrplänen an der Haltestelle oder Informationen zu Sehenswürdigkeiten.

Vielfach wird eingeworfen, dass man nicht auch noch seine Bankdaten Google geben möchte oder dem Konzern nicht sämtliche Einkäufe in der realen Welt offenbaren will, um mobil zahlen zu können. Was natürlich individuell vom Vertrauensstatus zum Anbieter des Systems abhängig ist und für den Entschluss eine entscheidende Rolle spielt. Meine Alternative wäre in dieser Hinsicht natürlich auch eine bessere Organisation, die mich im Tagesablauf näher an mein Bankinstitut bringt, doch ehrlich gesagt, werde ich wohl von Neugierde getrieben, diesen Zahlungsweg einfach versuchen müssen. Und für den Notfall, wie einer nicht lesbaren EC-Karte oder der bereits erwähnten Fehlplanung, einer Alternative parat zu haben, ist für mich sehr reizvoll.

Weitere Links zum Thema:
Grafik zu den Möglichkeiten und Chancen mit NFC
Bemühungen um allgemeinen NFC Durchbruch