Männer shoppen auch: Wie man an Männer verkauft


Marketing-Unterschiede laut Dr. Bob Deutsch

Der Amerikanische Marketing Verband (AMA) veröffentlichte kürzlich einen Beitrag von Dr. Bob Deutsch (Anthropologe und Gründer von Brain Sells), der aufzeigt, wie sehr die Anforderungen an das Marketing für Frauen und Männer voneinander abweichen.

Er sagt, dass Männer konkrete Denker sind, im Jetzt leben und gern konsumieren – ende. Sie wären interessiert an Kraft und ihnen läge mehr daran gut auszusehen als gut zu sein. In Kürze wäre das die Natur der Schönheit für das Biest.
Die Werbung für Frauen und Männer müsse daher spezifischer zugeschnitten sein, als die bloße Anpassung von Farben, Schriften und Verpackung.
Beide Geschlechter würden Aufmerksamkeit erzielen wollen, aber aus ganz unterschiedlichen Beweggründen heraus.
Männer würden signalisieren wollen, was sie tun oder wozu sie fähig sind und Frauen möchten, dass ihr Äußeres möglichst ihr Inneres widerspiegelt.

Hier nun zusammengefasst die vier fundamentalen Unterschiede und ihr Einfluss auf das Marketing laut Dr. Bob Deutsch:

Zeit
Männer suchen, was sie gerade jetzt brauchen. Frauen dagegen können auch etwas kaufen und es für einen späteren Zeitpunkt weglegen.
Frauen spricht die grundlegende Dynamik der Dinge an, wobei Männer eher auf die banale Mechanik des Lebens achten.

Kausalität
Männer fokussieren ihre Wahrnehmung sehr eng und so ist ihre Ansicht von Ursache und Wirkung sehr linear. Sie kreieren absolute Einteilungen, wie: Schwarz/Weiß, Ja/Nein.
Frauen denken oft „hängt davon ab …“. Sie kombinieren gern Outfits, sind kreativ in der Auswahl und legen Wert auf das Detail.

Raum 
Männer sehen Räume eher abgeteilt und sequentiell. Frauen nehmen sie dagegen in Abhängigkeit zueinander wahr.
Was oft der Grund für sehr unterschiedliche fast gegensätzliche Wegbeschreibungen ist. Eine wichtige Erkenntnis für die Gestaltung entsprechender Shops oder auch Verpackungen (und aus meiner Sicht auch für Online-Shops).
Frauen mögen die Herausforderung und damit eine etwas unsortierte, vielfältige Auswahl. Männer bevorzugen dagegen ein klar gegliedertes Angebot.

Andere Leute
Männer sehen sich eher als Einzelkämpfer, begreifen ihre Mitmenschen als Konkurrenten und Preise als absolut individuell und eigenständig.
Im Gegensatz zu Frauen, die andere Personen oft als Unterstützung und Kraftquelle betrachten. Daher shoppen Frauen auch gern in Begleitung und Männer lieber allein.

Im Abschluss resümiert Dr. Deutsch, dass Männer sich zunehmend mehr Pflegeprodukten widmen, aber immer mit der Intention in der Hierarchie zu steigen. Der moderne Mann wäre immer noch auch Urmensch – ganz gleich wie viel Haar er zu pflegen hat.

Natürlich gibt es zu jeder Analyse, die Gruppen über einen Kamm schert, Ausnahmen. Doch mich hat sehr überrascht, wie stark ich die männlichen Shopping-Motive teile.

 

Noch jemand, der hier spontan das Geschlecht wechselt?