iPad verdrängt Fernseher?


Die Kombination macht´s

Aktuelle Daten zur iPad-Nutzung von John Einar Sandvand von der norwegischen Aftenposten zeigen sehr deutlich auf, dass der Tablet PC von Apple überwiegend am Wochenende und in den Abendstunden, kurz; in der Freizeit genutzt wird.
Ebenso ist in den Statistiken ersichtlich, dass die Hauptnutzungszeiten von anderen Gadgets abweichen.

Bei Carta schließt Robin Meyer-Lucht bei diesen Ergebnissen daraus, dass das iPad somit „ein weiterer Sargnagel für die Flimmerkiste“ ist. Das glaube ich nicht.
Klar, es ist attraktiv auf dem nun portablen, großen Display Videos auf YouTube oder eine Serienfolge zu schauen. Einen kompletten Spielfilm statt auf unserem schönen Flachbildschirm auf diesem Täfelchen zu gucken, kann ich mir jedoch wirklich nicht vorstellen. Da tendiere ich doch weiterhin zum gemeinschaftlichen Heimkino-Erlebnis.
Tatsächlich sehe ich den Fernseher vom iPad oder anderen portablen Geräten eher ergänzt. Die bisherige Erfahrung in meinem sehr technikaffinen Haushalt zeigt, dass gern begleitend zum Spielfilm oder TV-Event ein weiteres mit dem Netz verbundenes Gerät, greifbar platziert wird, um beispielsweise schnell unter imdb.de den Namen oder weitere Auftritte eines Darstellers herauszufinden.

Die unterschiedlichen Zeiten, zu denen das iPad im Vergleich zu Print-Ausgaben oder stationärem PC genutzt wird, werden bei Carta als Hinweis auf die zukünftige Koexistenz gewertet. Spitzfindig könnte man dies auch als stetige Verlagerung der Nutzergewohnheiten interpretieren. Doch dass man beispielsweise das Telefon unterwegs schneller zur Hand hat oder, sei es noch die Umstellung der Gewohnheit, die restliche Laufzeit des Abonnements oder eine Vorliebe für Papierprodukte, eben die Print-Variante im Tagesverlauf nutzt, wird sich wohl auf lange Sicht so etablieren.

Das iPad bildet mit seinen Mitbewerbern nun die Sparte der Tablet PCs und findet allmählich immer mehr Anhänger und Nutzungsgebiete. Dieses neuartige Gerät muss sich keinen Platz in einem bestehenden Produkt-Segment erobern und somit sollte die friedliche Koexistenz mit Andersartigen durchaus möglich sein.