Fernsehen wie noch nie


Alle Großen zieht es an die TV-Geräte

Überall wird gerade davon berichtet, dass zum Beispiel Google nun aber wirklich Anfang 2012 Richtung TV aufbricht, europäischer wird und uns ein nie dagewesenes Fernseherlebnis bescheren wird. Mit dem Start in unseren Breitengraden soll nun für das System der große Durchbruch kommen. Ebenso werden die Gerüchte um die Planung eines Fernsehgerätes aus dem Hause Apple wieder lauter.

Ich warte schon eine ganze Weile auf die große Mattscheiben-Revolution, auf den großen Knall, der dann allgemein wieder so richtig Lust auf den Sofa-Abend macht und die berühmten Couchkartoffeln nicht mehr so traurig und antriebslos wirken lässt, sondern sogar einen aktiven Early-Adopter-Anstrich verleiht.

Google stellt sein System vor allen Dingen als offene Plattform vor, die allerhand Apps bietet. Die nun wirklich und wahrhaftig das Web per Applikation mit dem TV-Gerät verbindet und uns direkt vom Sofa aus Twitter, Facebook, YouTube und ähnliches durchforsten lässt.

Das kommt mir doch bekannt vor. In meinen Haushalt ist vor geraumer Zeit bereits das Gerät von Boxee eingezogen (Streaming Client basierend auf XBMC). Und siehe da, die bieten von Beginn an eine Plattform, für die jeder Apps produzieren kann. Und die aufgefunden, installiert und benutzt werden können, ohne jegliche Kontrolle. Was selbstverständlich sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt.

Besonders erwähnenswerte Exemplare sind hier die Mediathek von Arte oder dem ZDF und natürlich die TED-App. Es gibt auch eine App namens Mediatheken, die diverse deutschsprachige Angebote (viele Öffentlich Rechtliche) auflistet. Sie öffnet dann zwar oft nur das Webangebot, aber das ist konfortabler als diese jeweils einzeln über den Browser anzusteuern. Nur meine ehemalige Lieblingsapplikation von YouTube hat sich ordentlich verschlimmbessert. Was anfangs mit wenigen Eingaben beinahe selbstständig Programm nach Wunsch lieferte, ist jetzt nahezu unbedienbar und stürzt häufig komplett ab.

Nichtsdestotrotz lässt sich mit der Box gezielt der Inhalt schauen oder für später vermerken, der mich wirklich interessiert. Von Serien oder Dokumentationen bis hin zu Video-Podcasts (beispielsweise von Audi oder BMW).

Die App von Boxee für das iPad soll auf der anderen Seite allerdings auch für diejenigen, die keine Box besitzen sehr nützlich sein und wie Flipboard oder Instapaper für Videos funktionieren.

Wenn ich also genauer darüber nachdenke, hat sich der Fernsehabend in meinem Wohnzimmer längst schrittweise mit Boxee revolutioniert, während ich ständig bemüht bin auf Google oder Apple mit dem großen Wurf zu lauern. Dabei wollte ich doch nur eine gute Kombination von Web und TV. Was will ich mehr?