DMMK 2009 in Berlin


14. Deutscher Multimedia Kongress

Beim 14. Deutschen Multimedia Kongress, der unter dem Motto „Move!“ stand, waren sich wohl alle Teilnehmer einig, dass digital nicht nur die Medienlandschaft grundlegend revolutioniert, sondern dass wir grundlegende, gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Veränderungsprozesse erleben. Um auch in zukünftigen Lebensmodellen mit der Vermarktung eine Chance auf Erfolg zu bewahren, ist es höchste Zeit, die Markenführung radikal zu verändern.

Viele der Vorträge waren so interessant, dass weder die schlechte Akustik noch das gute Wetter mich aus den Veranstaltungsräumen locken konnten. So blieben mir nur die Pausen, in denen dann in der Regel heftige Unwetter über Berlin tobten (Murphy lässt grüßen)…

Es war wunderbar, Appelle und Thesen zu hören und zu diskutieren, die mich bewegen und die meiner Ansicht nach wirklich brisant sind, was das Thema Digitale angeht. Uns ist klar: Social Web ist kein Zukunftstrend mehr, sondern gelebte Realität. Schon heute nutzen die User das Web überwiegend als Kommunikationsplattform, sowohl als Empfänger, aber zunehmend auch als Sender.

Ich weiß, man kann lange darüber streiten, welche Zukunft Plattformen wie Facebook, Twitter, Wer kennt wen, etc. haben werden, doch verstellt diese Diskussion meiner Meinung nach lediglich den Blick dafür, dass diese Plattformen engagiert benutzt werden, ob und welche letztendlich Auslaufmodelle sein werden und welche neuen hinzukommen ist nicht das relevante Thema.
Internet ist das Medium der Zukunft und in absehbarer Zeit wird es mehr, intensiver und länger genutzt als TV. Schon heute nutzt die Gruppe der 25-34-Jährigen Web und TV im ausgewogenen Verhältnis.

Die Devise kann nur lauten: Digital Thinking!
Tja, und was nehme ich vom Kongress mit? Und was davon kann ich hoffentlich meinen Kunden deutlich machen?
Zunächst sollten sich Marken und Händler darüber klar sein, dass im Web ohnehin über sie gesprochen wird, über die einen mehr als über die anderen. Aber diesen Diskurs der User untereinander haben Unternehmen nicht unter Kontrolle. Sie haben aber die große Chance, an diesem Dialog teilzunehmen und zu lernen, dass der User „da draußen“ werbesatt ist, vergleichbar mit dem bekannten Phänomen der Politikverdrossenheit, das, wie es gerade die Europawahl gezeigt hat, zu einer Wahlbeteilung von nicht mal 45% geführt hat.

Ich sage also:
Der Consumer will keine leeren Versprechungen
Der Consumer will keine Gängelung
Der Consumer will keine Störung
Der Consumer will Orientierung und Relevanz. Er will ein offenes Ohr, er will Dialog und er will sehen, wie sich die Dinge, über die kommuniziert wird, verändern.

Nur mitreden im Social Web hilft also nicht, denn heute können schlechte Produkte weniger denn je schön geredet werden. Mein Appell lautet: rückt den Konsumenten ins Zentrum, denn er ist der Kern der Marke.