Der getwitterte Fernsehabend


TV kombiniert mit Social Media

Immer häufiger kuschelt sich der Laptop auf der Couch dazu, wenn man es sich vor dem Fernseher gemütlich macht. Wird der Apparat auf dem Schoß dann doch zu viel, ist der Griff zum Smartphone bei Bedarf natürlich noch bequemer. Wozu? Um zum Beispiel den Darsteller zu ermitteln, dessen Name mir partout nicht einfallen will und über den ich sonst den gesamten Film hinweg nachgrüble. Oder um nachzusehen, ob einer meiner Facebook- oder Twitter-Kontakte gerade dasselbe guckt. Gibt es einen Hashtag zum Fernseh-Event? Kommentiert irgendwer etwas Spannendes?

Das Unterhaltungsangebot will eben dringend und am liebsten live diskutiert werden. Anregender Austausch, mitmachen und Informationen auf Zuruf und doch nicht auf die ungestörte Idylle des heimischen Wohnzimmers verzichten müssen: Die ideale Kombination.

Laut der halbjährlichen Auswertung von NOTA (News on the Air) zeichnet sich in den 17 untersuchten Ländern eine deutliche Entwicklung im Programmangebot hin zu Interaktivität und Gemeinschaftsgefühl ab. Eine Umfrage von Thinkbox erziehlte in England bereits einen Anteil von 44% der Zuschauer, die die TV-Inhalte mit der parallelen Nutzung von sozialen Netzwerken anreichern und 37% der Befragten gehen sogar täglich während der Sendungen online.

Laut Thinkbox stimuliert der Fernsehgenuss sowohl den Bereich des Gehirns, in dem das Langzeitgedächtnis ansässig ist, als auch Areale, in denen Emotionen und Gefühle verarbeitet werden. So führen diese Zusammenhänge, kombiniert mit dem Bedürfnis die Unterhaltung zu teilen, zwangsläufig zu Interaktionen. Versorgt mit den benötigten Informationen, wie offenen Fragen zu Produkten oder Erfahrungsberichten anderer, und es ist wenig verwunderlich, dass Kaufentscheidungen sehr schnell getroffen werden.

Ein interessantes und erfolgreiches Beispiel zur Nutzung dieser Erkenntnisse liefert Heineken. Mit zwei Facebook-Apps werden zur Champions League, über das Angebot einer zentralen Anlaufstelle zum Austausch hinaus, Spiele, attraktive Gewinne oder auch die Möglichkeit seine Meinung zu verkünden und bewerten zu lassen, gegeben. Die App Star Player, die auch als iPhone-App zur Verfügung steht, ist nur parallel zu den Spielen aktiv und lässt bei erfolgreichen Spielzügen unter anderem Punkte sammeln.

Die letzten Abende war mir nicht nach fernsehen und so habe ich testhalber auf Twitter den Hashtag #esc zum European Song Contest verfolgt. Im Anschluss hatte ich tatsächlich den Eindruck, einen guten Überblick der Veranstaltung gewonnen zu haben. So viele Kommentare, Meinungen und Beschreibungen wurden gezwitschert, dass der Abend gut abgedeckt schien.

Mit dem Trend der Kombination von TV und Social Media rücken zwei Reichweiten-Giganten stetig weiter zusammen. Gut, wenn man nicht nur bereits mitmischt, sondern hinsichtlich des Angebots der passenden Anlaufstelle gut beraten wurde.

Nachtrag:
Schönes Video zu Beispielen für TV und Twitter-Kombination: