Pro Hebammenhilfe – kontra Entmündigung der Mütter | Kreativagentur für die digitale Zeit

Pro Hebammenhilfe – kontra Entmündigung der Mütter

Sehr kurzfristig durften wir den Deutschen Hebammenverband dabei unterstützen, zum Stand der Verhandlungen mit den Krankenkassen Stellung zu beziehen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen muss mit Abschluss des neuen Vertrages die von den Hebammen lang ersehnten 5% Einkommenssteigerung bezahlen. Damit verknüpfte er jedoch gleich einige neue Bedingungen, die in erster Linie für Schwangere wichtige Aspekte verändern.

Kurz vor Fristablauf kam die Verhandlungsführerin des Deutschen Hebammenverbandes, Katharina Jeschke, auf uns zu, denn ihr war klar, dass die Hebammen den Vertrag so nicht unterschreiben konnten: aufgrund der Auswirkungen auf Berufspraxis der Hebammen und Wahlfreiheit der Mütter.

Sie hatte Bedenken, ob das komplexe Thema in einer Form erklärbar wäre, dass der Verband, dessen rund 18.500 Mitglieder und die betroffenen Eltern diese Entscheidung mittragen und unterstützen können. Nicht allen seien die Konsequenzen bewusst und innerhalb der Hebammenschaft bestehen verschiedene Interessenlagen.
Damit alle an einem Strang ziehen können, musste Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Nach nur einem Termin wurden die Situation und ihre Entscheidungskonsequenzen visualisiert, um aufklären und überzeugen zu können. Was im Arbeitsprozess als Infografik begann, wurde schnell zu einer 31-seitigen Präsentation, die die Kernfakten allgemeinverständlich vermittelt und zusätzlich in konkrete Schlussfolgerungen übersetzt. Das Ergebnis kann nun sowohl innerhalb des Hebammenverbands präsentiert werden, als auch als PDF (oder als einzelne Bildseiten) die Öffentlichkeit informieren.

Hebammen verkaufen nicht die Mütter

Der Konflikt zwischen Hebammen und Krankenkassen (in dem aktuell noch keine Einigung erzielt wurde) hat gesundheits- und gesellschaftspolitische Dimensionen: Es geht nicht nur um die Befindlichkeiten eines Berufsstandes, wie mehr Verdienst oder Anerkennung, sondern um die – eigentlich grundgesetzlich verankerte – Wahl- und Entscheidungsfreiheit werdender Mütter (nicht nur für Menschen mit passenden Mitteln und Möglichkeiten).

Katharina Jeschke berichtete uns im Anschluss:

“[Die Präsentation] hat eine unglaubliche emotionale Welle in der Bevölkerung, jedoch auch in der Politik und ganz besonders bei den Krankenkassen ausgelöst.“

Das hören wir gern! Und wer seine Krankenkasse dazu auffordern möchte, sich für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen einzusetzen, erfährt mehr zur Unterstützung der Hebammen an dieser Stelle.

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