In Ruhe schreiben | Kreativagentur für die digitale Zeit

In Ruhe schreiben – oder: Wie unsere Redaktion entstand

Für den Blog mit Kopfhörern in Ruhe schreiben

Jeder Satz und jeder Text braucht ein Ende. Und oft ist es gar nicht so einfach, das was man angefangen hat, auch sinnvoll zum Punkt zu führen. Selbst wenn alles um meinen Schreibtisch herum ganz leise ist und kein Zeitdruck vorhanden: Ich wäre bereit für den perfekten Flow – den Arbeitsprozess der fließend zu Ergebnissen führt und sich so richtig genießen lässt, doch es klappt nicht. Manchmal wickelt sich so ein Strang aus Wörtern spürbar um die Gehirnwindungen und erwürgt den Gedanken, der eigentlich den Startschuss gegeben hat. Wenn ich den losen Faden nicht mehr aufnehmen kann, dann ribbel ich eben alles nochmal auf und fange von vorn an. Hilft Ruhe so einen Gedanken von A bis Z zu Ende zu bringen? Bei mir: meistens.

Vor sechs Jahren begann ich für den Blog von artundweise zu schreiben. Ich war Teil der PR-Abteilung und textete auch allerhand andere Dinge. Da ich die einzige redaktionelle Mitarbeiterin im Haus war, verlief mein Schreibprozess hübsch ruhig, geradlinig und unkompliziert. Eine Zeit lang konnte ich ganz nach eigenem Gutdünken veröffentlichen. Die Website gehörte mir – mir ganz allein!

Bald tauchte der erste Kunde auf, der ein ganzes Online-Magazin benötigte. Ich durfte konzipieren und produzieren – ungebremst aus dem Vollen schöpfen, denn ich war wieder mein eigenes Team. Hach, es war so ruhig und friedlich. Bevor ich jedoch Selbstgespräche und Allmachtsfantasien so richtig ausleben konnte, wurde Carsten eingestellt (als Creative Director). Der brachte richtig viel fundiertes, redaktionelles Wissen und Erfahrung mit. Und er versucht bis heute, mir zwischendurch davon etwas zu vermitteln (und denkt dabei bestimmt ab und zu an Sisyphus).

 

Noch viel mehr Texte und viel mehr Themen

Dem ersten Auftrag für das Online-Magazin folgten weitere Konzepte und Produktionen für Content-Marketing-Projekte. Was machte unser Agentur-Blog in der Zwischenzeit? Der wollte natürlich auch weiterhin versorgt werden. Mein Alltag wurde deutlich lebendiger. Die Themenmischung, um die ich mich kümmerte, wurde immer bunter: Von CMS-Funktionen über Spielzeug-Anleitungen weiter zu Marmeladen-Rezepten und Garten-Tipps. Vor ungefähr zwei Jahren stieg das Auftragsvolumen so sehr an, dass wir dringend redaktionelle Verstärkung brauchten. Die bekamen wir – und noch einen Bonus dazu: Zuerst kamen zum Beispiel Lena und Daniel aus den Studiengängen Medienkultur und Kommunikations- und Medienwissenschaften und waren durch die Kurse an der Bremer Uni von Carsten und Dirk bereits mit Content-Marketing-Fachwissen geschult. Wir produzieren also nicht nur einfach Text, sondern arbeiten auch gemeinsam an Konzepten, Redaktionsplänen und kümmern uns um viele Aspekte des Content Management. Wenn ich am Anfang vor dem großen, leeren, weißen Blatt stehe oder Satzteile wieder Gehirnwindungen würgen, kann ich mir am Nachbartisch Inspiration holen und werde auch immer wieder daran erinnert, dass eine Content-Marketing-Strategie nicht nur Longreads anvisieren muss.
Je mehr Redakteure dazu kamen, mit unterschiedlichen beruflichen Werdegängen, Freizeit-Interessen und Alterstufen, desto stärker profitieren die verschiedenen Themengebiete unserer Projekte. Durch gegenseitige, mehrstufige Korrekturrunden stellen wir nicht nur die Textqualität sicher, wir reichern die Ergebnisse auch automatisch über Aspekte der verschiedenen Hintergründe und Erfahrungsschätze an – und lernen voneinander.
Unsere Content-Redaktion

Täglich erweitert sich zudem dieses bunte Fachwissen: Von Produktionsverfahren auf Werften über Konditionen unterschiedlicher Telefonie- und Mobilfunkverträge, Logistikprozesse, Partikelforschung, Zusammensetzung und Einsatzgebiete von Baumaterial, globale Managementkultur und Wir-Intelligenz, Schulungsmaterial und Unterrichtsgestaltung, Medizintechnik, Vorzüge diverser Kaffee-Röstverfahren bis zu fortgeschrittenem Finanz- und Wirtschaftsprüfer-Wissen.

 

Keine Ruhe mehr – nur noch Action?

Eine 1-Frau-Abteilung passte in den Büroräumen – irgendwo zwischen den anderen – immer noch an einen Tisch. Mal erwischte ich ruhigere, mal drastisch lebendigere Ecken in unserem kurvigen Großraum. Ein guter Kopfhörer war eine sinnvolle Investition und kommt immer noch jeden Tag mit ins Büro. Obwohl ich ihn nicht wirklich brauche, denn auch wenn unsere Redaktion größer geworden ist und um weitere, sehr wertvolle Kollegen mit passendem Fachwissen angewachsen ist, jeder von uns bevorzugt Konzentration und Ruhe. Also habe ich ihn wieder: meinen Frieden. Und zu Selbstgesprächen neige ich nicht mehr.
“Ähem!”
Also nur ganz selten.
“Die Allmachtsfantasien?”
Pssst.

2 Kommentare zu “In Ruhe schreiben – oder: Wie unsere Redaktion entstand

  1. Karen

    Wenn die Teilnehmer an den Selbstgesprächen alle so gut mitmachen und dich konstruktiv begleiten, würde ich nichts dagegen unternehmen. Weiter so! 😉

  2. Danke! Von allen : )

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