Achtsamkeit im Marketing | Kreativagentur für die digitale Zeit

Nur hier und nur jetzt: Achtsamkeit in der digitalen Zeit

Warum Achtsamkeit zeitlos ist – und wie sie im Marketing wirken kann

Wer selbst Kleinigkeiten bewusst wahrnimmt (wie diese Blume), ist ganz im hier und jetzt

Über „Achtsamkeit“ wird in letzter Zeit viel gesprochen. Das Time Magazin widmete dem Thema 2014 sogar eine Titelseite. Achtsamkeit ist die Aufmerksamkeit auf den Augenblick und ein jahrhundertealtes Prinzip. Man kann es im Zen oder Yoga antreffen. Nun erobert es auch bei uns viele Lebensbereiche. Gerade im Marketing wird es viel diskutiert. Die Frage, ob es sich um einen Hype handelt, ist dabei amüsant: Denn als Hype bezeichnet man bekanntlich auch eine künstliche Absatzförderung – und Achtsamkeit ist das ganze Gegenteil davon. Doch es hat jede Menge mit erfolgreichem Marketing zu tun – auch wenn sie kein Hype ist. Was hat es nun mit diesem Trend auf sich? Zeit, einmal genauer hinzusehen.

 

Digital heißt schnell und komplex – und überfordert vielfach

Durch die aktuellen digitalen Umwälzungsprozesse fühlen sich viele Menschen überfordert. Es geht vor allem um Zeit: Alles fühlt sich zu schnell an, zu schnelllebig und zu komplex. Es gibt kein Hier und Dort mehr, kein Jetzt und Später. Ereignisse geschehen gleichzeitig und rücken sofort – immer öfter in Echtzeit – in unser Blickfeld. Vielen Menschen und Unternehmen geht das alles viel zu schnell. Sie fühlen sich von der Fülle der Informationen überfordert. Wenn globale Vielfalt Mainstream wird, fehlt manchem die Orientierung. Wir können durch die Informationsflut die Realität nicht mehr überblicken. Wir können Informationen nicht mehr filtern, weil es schlicht zu viele sind. So kommen wir nicht zu den Lösungen, die wir suchen.

Schon die erste industrielle Revolution stellte Menschen vor ein damals neues Problem: Die Maschinen arbeiteten in einem viel höheren Tempo als Menschen und ließen sich nicht ohne weiteres stoppen. Auch wenn die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine letztlich immer besser realisiert wurde und sich seit der Darstellung in Charlie Chaplins Meisterwerk „Modern Times“ einiges geändert hat – der Druck, den das Maschinentempo auf uns alle ausübt, ist seitdem eine Grundkonstante des modernen Lebens.

 

 

Ins Jetzt eintauchen – den Augenblick wahrnehmen

Weil Schnelligkeit und Komplexität in Zukunft weiter zunehmen werden, ist es nicht überraschend, dass ausgerechnet jetzt über Entschleunigung diskutiert wird. Das Trendthema zeigt:

Wir vermuten in Achtsamkeit eine Lösung für unser Problem der Überforderung.

Oft wird sie als Grundlage für – körperliche und seelische – Gesundheit angesehen. So gehört bei Apples iPhones beispielsweise eine Health App zur Grundausstattung. Sie besteht aus den Bereichen: Aktivität, Ernährung, Schlaf und – Achtsamkeit.

Dabei bedeutet Achtsamkeit – oder Mindfulness, wie es auf Englisch heißt – schlicht, den Moment wahrzunehmen. Was einfach klingt, braucht ein wenig Übung. Der klassische Tipp, Achtsamkeit herzustellen, besteht darin, sich auf die eigene Atmung zu konzentrieren. Die Folgen sind grundlegend und sofort spürbar: Den Moment wahrzunehmen, bedeutet Entschleunigung. In jedem Augenblick zählt nur der Augenblick selbst. Ihn achtsam wahrzunehmen bedeutet Aufmerksamkeit für das, was gerade da ist. Den Moment wahrzunehmen bedeutet Authentizität: echte eigene Eindrücke und Gedanken zu erfassen.

Entschleunigt, fokussiert, authentisch – genau das wünschen sich viele Menschen heute. Denn es hilft, mit dem beschleunigten Informationsangebot der digitalen Zeit zurecht zu kommen. Indem wir einen Schritt zurücktreten und die Situation, in der wir uns gerade befinden, wie von außen wahrnehmen, befinden wir uns plötzlich: im Jetzt.

 

 

Was hat Mindfulness mit Marketing zu tun?

Achtsamkeit verändert unseren Blick auf die Dinge um uns herum, es kann aber auch das Miteinander mit anderen Menschen grundlegend verändern. Dass es auch oft im Zusammenhang mit Marketing diskutiert wird, ist daher plausibel. Da wir durch Marketing eine Zielgruppe – noch besser: Personas erreichen wollen, um den Absatz von Produkten zu verbessern, müssen wir als erstes die Menschen der Zielgruppe so wahrnehmen, wie sie sind – und nicht, wie wir sie uns wünschen. Das können wir nur, wenn wir uns ganz auf unser Gegenüber einstellen. Wenn wir Kundenwünsche realistisch erkennen.

Achtsamkeit verändert Gespräche. Im direkten Austausch mit Gesprächspartnern oder Kunden, bringen wir unsere Wertschätzung für ihn und seine Sicht der Dinge zum Ausdruck, indem wir ihm zuhören.

Wir stellen uns auf unseren Gesprächspartner ein. Wir hören zu, ohne zu werten.

Das bedeutet, dass es nicht nur um unsere eigenen Ideen geht. Sondern dass wir miteinander Lösungen entwickeln, die dann auch tatsächlich passen. Dadurch entsteht Vertrauen – ein wesentliches Ziel im Marketing.

Achtsamkeit ist der Ausgangspunkt für Veränderungen. Beispielsweise bei Newslettern, die vielfach im Gießkannenprinzip versendet werden – und Kunden mit relevantem, personalisiertem Inhalt viel besser erreichen. Es betrifft Websites, die zu einem Ort werden können, den Kunden immer wieder besuchen, wenn sie mit relevantem Content echte Fragen der User beantworten. Es betrifft Kampagnen, die echte Bedürfnisse ansprechen.

 

Fazit: Mit Achtsamkeit von der digitalen Zeit profitieren

So wie wir von der Entwicklung der Maschinen der ersten industriellen Revolution profitiert haben, können wir es von der digitalen Entwicklung auch. Wir haben Zugang zu mehr Informationen als je zuvor, können uns über Kontinente hinweg vernetzen, mobil arbeiten und mit unseren Inhalten die ganze Welt auf einmal erreichen.

Wenn wir uns davon nicht hetzen lassen und gar nicht erst versuchen, auch selbst überall und zugleich zu sein, können wir profitieren.

Achtsamkeit hilft uns, uns selbst in der komplexen Wirklichkeit nicht zu verlieren.

Im Marketing hilft sie uns, Menschen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen wahrzunehmen. Wir dürfen uns einfach an die digitale Zeit gewöhnen. Und da bleiben, wo wir am liebsten sind: im Hier und Jetzt.

 

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Die digitale Zeit ist nicht das Internet   Wie Menschen in der digitalen Zeit entscheiden
Content Marketing ist nicht gleich Journalismus   Mit Empathie ins Herz des Konsumenten

 
Zum Download des Content-Marketing-Dossiers

 

2 Kommentare zu “Nur hier und nur jetzt: Achtsamkeit in der digitalen Zeit

  1. Wahrhaftig, Digitalisierung kann uns zu mehr Achtsamkeit verhelfen.
    Wir entwickeln Webanwendungen (vulgo App).
    Wir von Better School reduzieren die Komplexität für den zukünftigen Nutzer der App.
    Er muss sich nur auf sein Ziel konzentrieren.
    Experten wissen oft zuviel. Sie kennen eine Vielzahl von Besonderheiten. Der Anwender kennt höchstens sich.
    Digitalisierung bietet die Möglichkeit Erfahrungswissen von Experten genau auf den konkreten Fall zu reduzieren. So wird Achtsamkeit leicht gemacht.
    Wie also können wir helfen, dass wir achtsamer werden.

    Nehmen wir Newsletter oder Zeitungen.
    Hier kommt es nicht darauf an, alles zu lesen. Es kommt darauf an das zu lesen, was wichtig ist. Ich brauche die Achtsamkeit für ein für mich relevantes Thema. Journalisten lernen, das zu unterstützen. Sie nutzen den Titel eines Artikels und den konkreteren Untertitel. Kommen hier nicht die Hinweise, die mich achtsam werden lassen bin ich schon bei der nächsten Überschrift.
    Achtsamkeit ist Diskussion
    In einer Diskussion werden zwischenmenschliche, gesellschaftliche, wirtschaftliche, betriebliche, persönliche Probleme mit mindestens einer weiteren Person geteilt (diskutiert), um sie zu lösen. Jeder betrACHTet, beACHTet das Problem, SAMmelt Vorschläge und Argumente für Lösungen.

    Achtsamkeit ist Bildung
    Oft wissen wir, dass wir ‚richtig‘ liegen. In der Diskussion können wir das dann nicht darstellen.
    Wir suchen und SAMmeln nach Argumenten. In der Diskussion lernen wir die Stärke und Anwendbarkeit der zuSAMmen gelesenen Informationen. Wir BILDEN uns gemeinsam eine Meinung und lösen so das Problem. In den englischen Internaten gibt es debating clubs. Die Teilnahme ist freiwillig und eine Ehre, in einer Debatte das eigene Haus vertreten zu dürfen. Der Schulstoff wird zum Lebensstoff. Alles Leben ist Problemlösen (s.a. Karl R. Popper, 1996). Non scholae set vitae discimus. Umkehrung von Senecas epistulae morales ad Lucilium 106, 11–12, ca. 62 n.Chr.

  2. Schön, dass Sie sich für das Thema Achtsamkeit interessieren. Vielen Dank für Ihren Kommentar.

    Sie führen zusätzliche wichtige Ansätze an, die in unserer komplexen digitalen Welt Orientierung geben können:

    Reduzierung der Komplexität eines Themas, um besser wahrnehmbar zu sein. Mit relevanten Inhalten Aufmerksamkeit erzeugen. Durch Austausch zu größerer Erkenntnis kommen. In der Diskussion erkennen, welche Argumente überzeugend sind.

    Achtsamkeit ist dafür immer die sinnvolle Grundlage!

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