Wie viel weniger ist denn mehr?

Cult of less

Wer in ein neues Heim zieht, verfällt oft in grundsätzliche Überlegungen. Man hat diese freie Fläche und überlegt; wie will ich mich eigentlich grundsätzlich einrichten? Wovon kann ich mich befreien und welcher Schnickschnack müllt bloß meinen Alltag zu?
BBC News berichtet von einer Gruppe von Leuten, wie beispielsweise Kelly Sutton, die soweit wie möglich diese freie Fläche erhalten und insgesamt einen recht radikalen Ansatz verfolgen: den Cult of less.

Durch die digitalen Innovationen unserer Zeit ist es möglich Dinge, die sonst Schränke und Regale belegen, wie zum Beispiel Musik, Bilder oder auch Bücher, an einem Punkt zu sammeln und gleichzeitig handlich und raumsparend auf einer Festplatte aufzubewahren. Herr Sutton sieht dazu für unsere gesamte Gesellschaft den Trend sich solcherlei Güter immer mehr nur in digitaler Form zuzulegen und entschied sich abgesehen von der technischen Ausstattung für einen sehr minimalistischen Lebensstil, der auf soviel physische Besitztümer verzichtet wie möglich.
Chris Yurista, ein DJ aus Washington, geht sogar soweit zu sagen, dass man durch das digitale und virtuelle Angebot auf eine postalische Adresse verzichten kann. Sämtliche Besitztümer gespeichert auf einer externen Festplatte, der Laptop, ein Keyboard, ein Rucksack mit Kleidung und sein Fahrrad. Verblüffend.

Und doch nicht ganz neu, denn ich fühlte mich direkt an einen der analysierten Trends aus meinem Studium erinnert: Luxese. Eine Wortschöpfung aus Luxus und Askese. Ähnlich wie in diesem Kult investiert man seine Ressourcen auf einen Bereich, wie hier die technische Ausstattung und übt sich in den übrigen Anschaffungen in Zurückhaltung und Sparsamkeit.

Damals fühlte ich mich bereits durch diesen Trend angesprochen und teilweise beschrieben und natürlich ist es heute noch umfassender und effizienter möglich seinen Besitz zu digitalisieren. Auch ich liebe klare Linien, bin ein Fan von technischen Gadgets und könnte mir das Konzept des Cult of less durchaus für mich vorstellen. Nur abgesehen von Notebook, Smartphone, TV, Media Center, etc. bräuchte ich in meinem Haushalt auch weiterhin meine Espressomaschine, meine Büchersammlung, mein Werkzeug, die Sammlung alter Rechner und Konsolen, die dazugehörigen Spiele, das Aquarium, ….aber sonst sollte es klappen.


2 Antworten auf Wie viel weniger ist denn mehr?

  1. clo sagt:

    finde ich auch total interessant diesen trend – für mich ist auch weniger mehr!…allerdings kostet weniger dann auch oft mehr….damit meine ich eben den stauraum die zwingend notwendigen sachen verschwinden zu lassen….die digitale basis…etc etc…. und weniger kann auch sch**** aussehen, wenn das drumherum nicht “toll” aussieht.

    es muss halt zum haus(halt) passen. wenn man einen neubau plant kann man sowas ja einplanen. billiger wirds dadurch aber wohl nicht… ist eben doch luxus…

  2. Kap Horn sagt:

    Hej
    So lange es nur ein Trend ist, so lange ändert sich wenig. Trends kommen und gehen nur um vermarktet zu werden, während sie ihr kurzes “Leben” führen.
    Es ist eine Frage der eigenen Einsicht, dass “weniger mehr sein kann”.
    Und mit weniger auszukommen ist alles andere als einfach ;-) .

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