Wie steigere ich meine Produktivität?

10 Maßnahmen von Mike Vardy

Humorist und Technik-Fanatiker Mike Vardy hat sich in einem Artikel bei TNW (The Next Web) Gedanken um Vorraussetzungen und Tipps für möglichst produktive Abläufe gemacht. Diese hat er in 10 Punkten folgendermaßen zusammengefasst und ich bemühe mich diese hier übersetzt und zum Teil kommentiert wiederzugeben:

1. Lege die wirklich wichtigen Dinge fest.

Hiermit sind, wie für die gesamte Liste, nicht nur die beruflichen Punkte gemeint, sondern ebenso das Setzen von Prioritäten im privaten Bereich.

2. Ein System auswählen und mindestens
90 Tage dabei bleiben.

Mike Vardy weist darauf hin, dass für die Suchbegriffe “personal productivity system” so eine Fülle an verschiedenen Vorschlägen zu finden ist, dass man allein in das Ausloten und Auswählen sehr viel Zeit investieren könnte. Daher ist es ratsam seine Vorlieben für Handhabung in Bezug auf Software, App oder Papierlösung, etc. vor Augen zu führen und dann weniger Zeit in die Suche nach dem richtigen System und mehr Zeit in die Optimierung der eigenen Abläufe zu stecken.

3. Keinen Kalender für To-Do-Einträge nutzen.

Das gilt ebenso für Fertigstellungstermine. Denn wer, laut Vardy, diese Termine tatsächlich eintragen und sich erinnern lassen muss, hat ein viel größeres Problem, nämlich Aufgaben bis zur Fälligkeit liegen zu lassen.

4. Regelmäßig den Kopf leeren.

Das Gehirn kann nur bis zu einem gewissen Grad immer weitere Informationen vorhalten. Daher hilft es all diese zu merkenden Positionen regelmäßig zu notieren und das Gedächtnis somit zu entlasten und frei zu machen.

5. Keine Angst vor dem Bruch mit Gewohnheiten.

Hier empfielt Mike Vardy beispielsweise Ideen nicht zwangsläufig immer auf dieselbe Weise festzuhalten, sondern ruhig einmal wieder zum Papier zu greifen oder per Audio aufzunehmen. So geht die Idee nicht im üblichen Ablauf unter, bekommt einen besonderen Bezug und lässt sich später aus der Erinnerung besser abrufen.

6. Häufig abschalten.

Es ist ratsam sich selbst nicht permanent im Dauerlauf zu halten, sondern sich bewusst Pausen zu verordnen. Für manche Menschen ist es direkt ratsam diese Pausen fest zu planen. Ein Schritt zurück und der frische Blick nach kurzer Entspannung ist für das ein oder andere Problem sehr hilfreich.

7. Früh aufstehen.

Einschlafen bremst die Produktivität enorm. In den frühen Morgenstunden zu starten, könnte zur Abwechslung mit einem angenehmen Vorsprung in den Tag starten lassen. Die Vorarbeit bis in die Nacht kann ebenfalls zu diesem Vorsprung verhelfen, fühlt sich laut Vardy allerdings am nächsten Tag auch nach einer Nachtschicht an. Meiner Meinung nach ist das ganz vom jeweiligen persönlichen Rythmus abhängig. Früh in den Tag zu starten und sich den Abend für eventuelle Zusätze offen zu halten, klingt mir als Haushaltsreserve am effektivsten.

8. Vorrausschauend handeln.

Der Zeit einen Schritt vorraus zu sein und sich nicht von ihr kontrollieren zu lassen, bewahrt vor gezwungenen, panischen Handlungen. Die Zeit auf seiner Seite zu haben, führt somit zu qualitativ besseren Ergebnissen.

9. Nachbetrachtung, Pflege und Kontrolle
(Embrace curation.)

Mike Vardy rät dazu immer wieder einen sorgfältigen Blick darauf zu werfen, womit man seinen Tag füllt. Diese Handlungen sollten dann offen und ehrlich mit sich selbst nach veränderbaren, zeitfressenden Gewohnheiten durchleuchtet werden.

Eine weitverbreitete Tätigkeit, die allgemein sehr viel Zeit einnimmt ist der Fernsehkonsum. Vardy hat diesen durch Netflix, also durch die gezielte Auswahl anstatt der üblichen Berieselung, kürzer und befriedigender gestaltet.

10. Nicht den leeren Posteingang erzwingen.

Immer bemüht zu sein den eMail-Posteingang täglich oder wöchentlich auf Null zu bringen, kann für viele einen verschwenderischeren Einfluss auf den Tag haben als das Fernsehen. Mike Vardy tendiert dazu sich einen Ordner im Postfach anzulegen, der mit “Aufbewahren” (bzw. Keepers) betitelt wird. Dort alles Wichtige hinein zu schieben, diesen täglich durch zu gehen und das Erledigte zu löschen.

Wenn man sich nicht mehr durch die dringenden Sachen schieben muss, gelangt man immer weiter zu den eigentlich wichtigen Dingen und deren Details, für die man mehr und mehr Zeit hat.

Angeblich ist der Anfang der schwerste Schritt, doch laut Mike Vardy ist es das Warten auf den Start. Also; worauf warten wir noch?

3 Kommentare zu “Wie steigere ich meine Produktivität?

  1. Nordbergh

    Für welche Branchen gilt das?

    • Aus meiner Sicht ist es eventuell günstiger Felder aufzuzählen, zu denen diese Tipps nicht passen.
      Es schreibt sich meist leicht über Inhalte, die persönlich ansprechen und der Punkt 7 hat mir gestern und heute tatsächlich einen Vorsprung verschafft. Für Personen, die in Nachtschichten arbeiten greift das natürlich nicht so gut.

  2. Karin Ernst

    Besonders wichtig finde ich persönlich zwei Punkte:

    1. das Anfangen.
    Ich kann Vardy nur darin zustimmen, dass nicht das Anfangen selbst, sondern das Warten auf das Anfangen schwer ist. Das Problem: Man beschäftigt sich in der Zeit des Wartens damit, den Start bewusst zu verschieben, blockiert also absichtlich Ressourcen und verursacht sich mit dem “geplanten Verschieben” weitere Aufwände. Außerdem bekommt man in dieser Zeit den Kopf nicht wirklich frei und wird alle “zwischengeschobenen” ToDos in gewisser Weise nur halbherzig erledigen.

    2. den Kopf freibekommen.
    Dies sehe ich als Mischung aus “den Kopf regelmäßig leeren” (durch Aufschreiben beispielsweise) und “häufig abschalten”. Wobei ich das “Abschalten” relativieren würde. Es ist wichtig, überhaupt mal abzuschalten und sich bewusst (und in gewisser Weise “genussvoll”) mit völlig anderen Themen zu beschäftigen. Und das, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
    Um “Herunterzukommen” und sich neuen Themen zuwenden zu können, helfen mir persönlich ein ausgedehnter Spaziergang, die Mittagspause außer Haus, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (zur Arbeit oder nach Hause) oder eine halbe Stunde Sport (um Feierabend oder Wochenende “einzuläuten” beispielsweise).

    Ich finde, dass die Punkte Vardys “branchenübergreifend” gelten. Besonders wertvoll sind sie aber sicherlich für Personen, deren Arbeit zu einem Großteil auf geistiger statt körperlicher Tätigkeit beruht. Ein Fließbandarbeiter wird bei seiner Tätigkeit selten gezwungen sein, Prioritäten zu setzen oder noch zu erledigende ToDos aufzuschreiben. Andererseits können Vardys Punkte beispielsweise dabei helfen, den Haushalt effektiver zu managen.

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