Seit den anfänglichen Gerüchten um das iPad wird in Entwicklerkreisen häufig diskutiert wie nun, am Besten plattformübergreifend, die Entwicklung einer App angegangen werden sollte.
Auch im Rahmen des Expertenforums “Verlage in Bewegung 2010 – Get in Touch with Mobile Media!“ gab es teils spannende Diskussionen zu diesem Thema. Die anwesenden Verlage suchen intensiv nach Lösungen für unterschiedliche Vertriebskanäle und Plattformen wie iPhone, Android oder iPad. Am intensivsten sind die Anstrengungen im Bereich der Tablet PCs, wie dem iPad, da hier eine andere Haptik und Optik ins Spiel kommt. Die neuen Erfahrungen mit diesem Gerät, in den wenigen Wochen seit der Markteinführung, lassen auf eine spannende Zeit für Verlage schließen.
Doch zurück zum Thema: Apple teilt in seiner Einführung für Entwickler die Applikationen für die verschiedenen Endgeräte aktuell in drei Klassen ein: iPhone-, iPad- und Universal Applikationen.
Die Apps für das iPad funktionieren ausschließlich auf dem neuen Tablet PC, die iPhone-Apps laufen sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem iPad (in der Original-Auflösung oder entsprechend interpoliert) und die Universal Apps lassen sich auf allen Geräten einsetzen.
Von Apple empfohlen wird die Entwicklung einer generell einsetzbaren Applikation (auch als Universal Binaries bekannt) mit folgender Argumentation:
- einfacher für die Entwickler, da sie nur eine Applikation im Store managen müssen
- einfacher für die Kunden, da die Anwendung auf jedem ihrer Geräte läuft
Hinzuzufügen wäre als Vorteil unter anderem, dass diese Apps in den Suchergebnissen für jedes Gerät auftauchen und somit einen höheren Absatz erzielen könnten und für Apple reduziert sich die Anzahl der Genehmigungsprozesse.
Was einfach klingt, ist in der praktischen und täglichen Entwicklung am Ende nicht ganz so trivial. Es müssen für die jeweilige Hardware-Plattform in der Regel auch unterschiedliche Eigenschaften berücksichtigt werden. Hier kommt es häufig zum Conditional Coding:
- Welcher Gerätetyp wurde angesprochen?
- Welche unterschiedlichen Auflösungen gibt es?
- Wie ist die Unterstützung oder das Ersetzen der unterschiedlichen Hardware-Features?
(wie zum Beispiel der Kamera des iPhones)
Durch die Erfahrungen mit den letzten iPhone-Generationen (1., 2. und 3. Generation) kam es schon relativ häufig vor, dass hardwarenahe Funktionen, wie zum Beispiel Kompass, Kamera-Zoom, Bewegungssensor, GPS-Sensor, etc. aktiviert oder ausgeblendet wurden.
Mit dem iPad wird die Herausforderung in diesem Bereich nun noch etwas gesteigert. Neben den eben genannten Funktionen muss nahezu das komplette User Interface neu und ‘anders’ implementiert werden. Es muss plötzlich alles greifbarer und haptischer werden. Ganz schlichte Interface Elemente, wie auf dem kleinen und sehr eingeschränkten Bildschirm des iPhones üblich, wirken plötzlich auf dem iPad einfach nur noch holzig und grob. Die Optik spielt auf diesem Gerät eine noch größere Rolle als auf dem schicken Smartphone von Apple. So wird aus einer ehemals sehr kleinen, schicken App für das iPhone plötzlich eine relativ große Anwendung mit umfangreicherem Nutzwert.
Hier gilt es zusätzlich eine Balance zu finden, um beide Zielgruppen und Plattformen bestmöglich zu nutzen.
Letztendlich ist natürlich auch der zu transportierende Inhalt, beziehungsweise der beabsichtigte Nutzen und Ziel der Applikation ausschlaggebend, ob sie übergreifend einsetzbar ist. So lässt sich zusammenfassen, dass spezielle Anwendungen eben ihren individuellen Plan benötigen und vielfältige Punkte zu berücksichtigen sind.