Die Nebenbei-Diät im App Store
Verändert es die Wahrnehmung, wenn ein Buch als App verkauft wird? Und vor allem, wie verändert es dann die Wahrnehmung vom richtigen Preis dafür? Die letzten Tage liefern spannende Einblicke in dieses Phänomen.
Mir geht es ganz speziell um den Preis einer unserer Apps für die Stiftung Warentest. Digitaler Lesestoff wird zunehmend beliebter, doch schaut man auf den Obolus, den man dafür zu leisten hat, schleppt so mancher doch lieber wieder ein paar Kilo Papier oder wählt Alternativen für den mobilen Zeitvertreib.
Dass der Preis ein entscheidendes Kaufkriterium darstellt, zeigt folgendes aktuelles Beispiel: Ein Print-Bestseller der Stiftung Warentest „Die Nebenbei-Diät“ erschien Anfang 2012 als App zum Buch in HD-Qualität. Der Abverkauf der Version im App Store von Apple zog allerdings mit den erfolgreichen Zahlen des Print-Vorbilds nicht gleich, auch wenn sie bereits einige Zeit Platz 1 im Ressort Gesundheit und Fitness bekleidete. Und so wurde vor einigen Tagen ein Aktionspreis von 0,79 € (statt 5,99 €) angelegt, der nun innerhalb einer Woche zur Folge hatte, dass wir „Die Nebenbei-Diät“ für einen gewissen Zeitraum unter den Top3 der meistverkauften Apps für iPhone und iPad wiederfanden.

An einigen Tagen war die App sogar auf dem ersten Platz des App Stores.
Es zeigt sich, dass man Sichtbarkeit mit Aktionen erzeugen kann, da die meisten Menschen sich nach den Rankings richten. Wer einmal in das Ranking kommt, wird wahrgenommen. Und darum geht es doch in einem unübersichtlich großen Buchmarkt.
Da es einen Grundpreis gibt, läuft man auch nicht Gefahr seine Qualität grundsätzlich unter Preis zu verkaufen. Das Gute an der App zum Buch: Es gibt keinen Preis mehr für die Kopie, die Grenzkosten gehen gegen Null, so dass solche Aktionen auf jeden Fall finanzierbar sind.
Der Preis spielt eben doch eine Rolle, in der einen als auch in der anderen Richtung.
