Das Netzwerk in der Hosentasche
Die Hosentasche muss es nicht zwangsläufig sein. Andere transportieren ihr Handy ja auch wahlweise im Rucksack, unter dem Arm oder in der Hand- beziehungsweise Hemdtasche, etc. Auf jeden Fall haben wir es mit einem mobilen Netzwerk zu tun. Noch eins? Ja und zudem ein schickes.

Anderen fällt bei Path statt der Optik als Pluspunkt zuerst die Begrenzung auf 150 Kontakte ein. Ein vorgeschobener Riegel der Entwickler, der dazu anhalten soll in sein persönliches Netz wirklich nur engste Freunde und Familie aufzunehmen. Doch die Optik ist für mich ebenfalls ein dickes Plus. Die Kombination aus Cover (großes Einstiegsbild) und Profilfoto erinnert an die Timeline von Facebook (insgesamt simpler und klarer) und auch die Abfolge der Einträge ist zeitlich sortiert.
In die Netzwerke der üblichen Verdächtigen, wie zum Beispiel Facebook und Twitter, lassen sich die eigenen Inhalte auch gleichzeitig senden. Verausgesetzt, dass man diese Verbindung eingerichtet hat und dies ausdrücklich dorthin abschickt.
Auf das Persönliche beschränkt
Im Unterschied zu Facebook wird bei Path nicht nach “draussen” verlinkt. Man kann eigene Videos integrieren, aber beispielsweise Clips von YouTube einbinden, funktioniert nicht. Man kann Texte (Mitteilungen, Gedanken, etc.), Fotos, Orte, an denen man sich aufhällt oder die Musik (kurzen Ausschnitt), die man gerade hört miteinander teilen. Außerdem lässt sich auch eingeben, wann man schlafen geht und wieder aufwacht.
Symphatische Details
Diese kleine Randnotiz zum persönlichen Tagesrythmus ist auch nett ausformuliert, wie zum Beispiel
“Person X awake in Bremen. It´s 11:02 AM, mostly cloudy, and 7°C. Got 9 hours of sleep. “I´ll tell you how the sun rose one ribbon at a time.” – Emily Dickinson”
Also eine kurze nützliche Zusammenfassung zum Start in den Tag mit einer Spur Poesie oder Witz, je nach Tageszeit oder Länge der Auszeit. Und so lässt sich bei Path vor allen Dingen der Reiz an den gut gemachten Kleinigkeiten entdecken.
Intimer, privater und reduzierter
Der allgemeine Trend zu geschlossenen Netzwerken ist nicht nur anhand der Begeisterung für Path nachzuvollziehen. Auch das Projekt Quote.FM bedient das Bedürfnis nach Kommunikation und Austausch von Inhalten in begrenzten, übersichtlichen Kreisen.
Bei Path wird automatisch angezeigt, wieviele Freunde die eingetragene Aktivität gesehen haben. Wer darüber hinaus noch seine Meinung ausdrücken will, kann ein Bild natürlich ausführlich kommentieren, doch nachdem, was ich in meiner kurzen Zeit dort beobachten konnte, neigt man allgemein eher zur kurzen, knappen Reaktion nebenbei. Also wird eher schnell ein lächelnder Smilie gesetzt. Ebenfalls ein Trend der auch an anderer Stelle (hoffentlich vorübergehende) Folgen hat, denn auf der ein oder anderen Plattform wird demnächst bzw. wurde bereits die Kommentarfunktion abgestellt, was ich persönlich als sehr schade empfinde. Für die Zukunft wird es hoffentlich weiterhin möglich sein, mit verschiedenen Autoren oder anderen Lesern über die angebotenen Inhalte zu diskutieren oder durch die Diskussionen anderer eine weitere Sicht auf das gelesene Thema zu erhalten.
In diesem Sinne: „Share life with the ones you love“
Und bitte auch ein wenig über diesen Kreis hinaus.
Mehr Informationen zum Thema:

Auch meedia berichtet über Path: http://meedia.de/background/meedia-blogs/nils-jacobsen/nils-jacobsen-post/article/path–das-bessere-facebook_100038954.html
[...] Path 2.0 – Hier ist man unter sich: Life-Tracking 2.1: "Im Unterschied zu Facebook wird bei Path nicht nach [...]
[...] artundweise: “Die Hosentasche muss es nicht zwangsläufig sein. Andere transportieren ihr Handy ja auch wah… [...]
[...] ist nicht feststellbar. Betrachte ich die verschiedenen Timelines bei Twitter, Facebook, Path oder (nun auch auf meinem Android-Phone) Instagramm, dann lässt sich ein buntes, lebhaftes Treiben [...]