Die Ergebnisse des Workshops “Skills First” auf dem Scoopcamp 2009 (#sc09)
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Auf dem Scoopcamp in Hamburg habe ich, wie angekündigt, am letzten Donnerstag einen Workshop zum Thema “Skills First” gegeben. Es ging um die Frage, wie Medienunternehmen vom veränderten Mediennutzerverhalten moderner Menschen im Sinne ihrer Kernkompetenz profitieren können. Oder anders gesagt: Wie kann man Leser und Nutzer so einbinden, dass alle etwas davon haben? |
In der Vorbereitung war schnell klar: wir wollen konkret werden und Fragestellungen der Teilnehmer aufgreifen. Die drei Themengruppen waren:
- Einbindung von Lesern in die lokale Berichterstattung einer Kommunalwahl
- Transfer von Marktplatz-Traffic auf den redaktionellen Bereich der Website
- Neue Inspirationen durch Integration der Leser in den Prozess der Bildredaktion
Die von mir geleitete letzte Gruppe hatte zwar mit einer sehr spitzen Fragestellung begonnen, am Ende jedoch eine revolutionäre Idee entwickelt, die nicht nur die eigentliche Frage beantwortet, sondern gleichzeitig das Verhältnis von Journalisten und engagierten Lesern neu definiert.
Die Idee: Auf einer Medienwebsite wird ein neuer Bereich eingeführt, den man “News in Progress” nennen könnte. Falls man keine News erzeugt, sondern Ratgeberinhalte oder ähnliches bietet, funktioniert die Idee ebenso. In diesem Bereich stellen Journalisten oder Redakteure die Themen ein, die sie gerade bearbeiten. Ganz gleich, ob es sich um längere Reportagen, spezielle Dossiers oder ähnliches dreht: Sie geben dem Thema lediglich eine Headline und einen Abstrakt und bitten die Leser um Mithilfe. Dabei kann es um Bilddaten gehen, die man zu einem bestimmten Thema sucht, aber auch um Quellen, Fachwissen oder Meinungen.
Die Leser, die bereit sind nach der Fertigstellung einen Artikel zu kommentieren, haben auch bereits im Vorfeld schon die Motivation sich in das Thema einzubringen. Warum den Nutzer erst einbeziehen, wenn etwas fertig ist? Wieso sollte ein engagierter Leser nicht auch schon den Prozess der Erstellung eines Artikels begleiten?
Natürlich muss die Idee in das jeweilige redaktionelle Konzept passen, muss individuell realisiert werden und wirft sicherlich die typischen Fragen auf, die an dieser Stelle immer kommen: rentiert sich das?
Wer über eine kleine Veranstaltung, zu einem sehr speziellen Thema, in einem Stadtteil oder einer Kleinstadt berichten muss, etwa in einer Kritik, wird sich freuen, von Menschen Hilfe zu bekommen, die sich genau damit auskennen: mit der Veranstaltung, der Kleinstadt oder Stadtteil.
Durch “News in Progress” kann Qualität gesteigert, die Artikel multimedial ergänzt und die Beziehung zum Leser gestärkt werden. Und diese stärkere Bindung lohnt sich, wie man auch an dieser Stelle nachlesen kann, wenn man sich mit (lokalen) Nachrichten beschäftigt.
Weitere Eindrücke vom Scoopcamp und dem Workshop erhält man übrigens auch bei mediastico von Julia Hildebrand.

Ich hatte mich der zweiten Gruppe angeschlossen und muss sagen, auch hier sind wir zu spannenden Ansätzen gekommen und hatten viel Spaß bei einer lebhaften Diskussion.
Nichtsdestoweniger hat mich die innovative Idee “News in Progress” aus der dritten Gruppe begeistert und die unendlichen Möglichkeiten des Mediums Internet sind wieder einmal deutlich geworden – Ideen muss man haben
“News in Progress” halte ich für einen extrem spannenden Ansatz. Aus meiner Sicht eine “kleine” Idee, klein im Sinne von: es ist eigentlich naheliegend, aber mit sicher revolutionärer Auswirkung hinsichtlich Zusammenspiel Journalisten und Leser. Doch auch das Qualitätspotenzial dieser Vorgehensweise überzeugt mich auf Anhieb!
bitte informiert mich sobald es irgendwo umgesetzt wird, das würde mich brennend interessieren wie und ob es funktioniert. spannende sache…