Seit einer gefühlten Ewigkeit kümmert sich der Suchmaschinen-Gigant mal wieder um sein Kernprodukt, entwickelt es weiter und setzt es auf die nächste Stufe. Lange Zeit hatte ich den Eindruck, Google würde seine Suche als ausgereift betrachten und bald vom nächsten großen Ding eingeholt werden, denn das Realtime Web steht schon in der Tür. Doch mit den verschiedenen Projekten wie Buzz, Tablet-PC Entwicklung, Chrome und all den anderen liegt doch wirklich die Vermutung nahe, dass man sich auf diese Weise verzetteln beziehungsweise verwässern könnte.
Zwar verdient Twitter an dieser Entwicklung, denn Google bezahlt für die Anzeige der Tweets, doch nebenbei ist ein weiterer Konkurrenzschauplatz eröffnet um den Spitzenplatz als führender Filter für Echtzeitergebnisse. So werden nun auch Updates der Fanseiten von Facebook in der Suche aufgeführt. Man komplettiert sich also immer weiter.
Im ersten Moment hielt ich die Zentrierung auf das Kernprodukt jedenfalls für eine wunderbare Rückkehr zu „Schuster bleib bei deinen Leisten“ und applaudierte. Ein kurzer Blick in die Übersicht meiner Feeds belehrte mich natürlich schnell eines Besseren, denn natürlich hat Google schon wieder etwas Neues im Visier.
Klar gibt Google damit der Recherche für Journalisten ein mächtiges Werkzeug in die Hand, das endlich auch das aktuelle Geschehen so intensiv durchleuchten lässt wie vergangene Ereignisse. Dass deshalb jedoch gleich wieder Parolen aufkommen wie „Print ist out“, finde ich doch überzogen. Nur weil ich nun die Möglichkeit habe in Echtzeit zu suchen, lege ich nicht augenblicklich für immer meine Sonntagszeitung weg.
Das Internet entwickelt sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem „Archiv der Gegenwart“ und Google nimmt mit dieser Anpassung wieder die Führungsposition ein. Doch scheinbar ist das allgemein die neue Strategie: So viele Nebenschauplätze und Konkurrenzsituationen schaffen wie möglich, denn was das Datenhosting betrifft hat ja auch Apple offensichtlich einiges vor.
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