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Cassettenrecorder zum Preis eines iPhones

iPhone App im Retro-Look

Ein Genuss, wenn man an modernsten Entwicklungen beteiligt ist, am Puls der Zeit User-Interfaces konzipiert und testet, zukunftsweisende Designs für Applikationen gestaltet und plötzlich taucht ein abgenutzter Cassettenrecorder wie aus meiner Kindheitserinnerung als Interface für eine iPhone App auf.

Retro Recorder ist eine App für Audioaufnahmen – nix Revolutionäres. Von Apple selbst gibt es mit “Sprachmemos” auch eine Audioaufnahme-App – übrigens auch mit einem Mikrophon im Look der 50er Jahre als Visual.

Aber zurück zu Retro Recorder: Warum wurde dieses Interface gewählt? Die Kids und viele iPhone-User haben selbst nie so einen Cassettenrecorder besessen und bedient.
Ich habe da als Teenie meine ersten “Hits” drauf “produziert”, will sagen, ich habe mit Wandergitarre und einem 9,95 DM Mikrophone von Quelle aus Versatzstücken aller mir bekannten Songs etwas festgehalten, um meiner Umwelt eine Freude und mir Ehre zu bringen.

Gitarre und Cassettenrecorder auf dem iPhone

Ich habe meinen Philips Cassettenrecoder geliebt… Heute also das iPhone – die Zeiten ändern sich, aber es bleibt offensichtlich die Faszination an diesen analogen Geräten und klaren Bedienkonzepten: rote Taste = Aufnahme, Pfeil nach rechts = abspielen, zwei Pfeile nach links = zurückspulen oder eine simple Taste, die unmissverständlich mit “STOP” beschriftet ist – easy like sunday morning (I’m easy – Lionel Richie of the Commodores), Entspannung pur, Spaß, Usability optimal, Kopf aus – einfach machen…

Warum um die Ecke denken, wenn es so klar sein kann – das ist auch der Ansatz, den ich immer bei artundweise spüre, wenn es um Benutzeroberflächen und technische Lösungen geht. Das bedeutet nicht, dass ein Portal für eine Tageszeitung als Blätter-Katalog daherkommen muss oder eine Community wie ein Vereinshaus aussehen soll – wenn es passt, könnte es aber durchaus mal gemacht werden (z.B. die angedeutete Hausoptik beim Virtuellen Literaturhaus Bremen).
Denn seelenlose Portal-Oberflächen und 100 Meter Scrollpflicht bieten bei vielen Websites noch reichlich Ansätze zur Optimierung. Apps sind ja nach neusten Untersuchungen auch immer häufiger unbedienbar und werden nach ersten Versuchen nicht weiter genutzt – auch hier haben wir mit dem gradlinigen, an den Apple Guidlines orientierten User-Interface-Elementen, eine optimale Bedienung für unsere iPhone App für das Rezeptportal www.kuechengoetter.de entwickelt. Also die typische Bedienung des iPhones genommen, um den Usern eine Anwendung zu geben, die gerne und oft genutzt wird. Tausende Käufer und gute Bewertungen bestätigen das.

Denn eines zeigt das iPhone und speziell auch die Retro Recorder App: das Image, die Optik und die gute Bedienung zählen.
Colin McDowell vom Anbieter MacDSP, die den Retro Recorder entwickelt haben, schreibt dazu im Forum von gearslutz:

“the idea behind Retro Recorder it two things…
1) Enhanced mobile recording
2) with style !!!!”

With style – UND guter Funktion – das wollen wir!

Leider muss man erst ein iPhone kaufen um die App für angenehme 2,39 Dollar zu bekommen: die Funktion ist solide ohne Firlefanz, aber mit einem übersichtlichen Tape-Regal, das nach Tape-Namen durchsucht werden kann (früher habe ich gern mal ne halbe Stunde nach einem speziellen Tape gesucht, aber schön, dass es hier nicht nötig ist). Soundqualität ist gut. Aufnahmen können in zwei Qualitätsstufen aufgenommen und auch auf den Rechner übertragen werden.

Ich liebe es…

2 Kommentare zu “Cassettenrecorder zum Preis eines iPhones

  1. Bei der Vielfalt der gebotenen Apps wird doch immer deutlicher, was auf meinem Weihnachtswunschzettel stehen wird; ein iPhone.
    Mein Recorder sah in den 70ern übrigens nicht viel anders aus. War bloß übersät mit Prilblumen. Vielleicht war er doch ein Erbstück aus den 50ern, das mit der Zeit etwas Deko erhalten hat ;)

  2. Ein sehr lesenswerter Artikel der zeigt das digitaler Fortschritt und “back to the roots” nicht automatisch ein Widerspruch sein müssen.
    Ich stimme zu, das digitale Kommunikation nur dann funktioniert, wenn sie bedienbar ist und einen Nutzen / eine Relevanz bietet. Was bringt die abgefahrenste App, wenn ich sie nicht verstehe? Das ist wie bei den guten alten Gesellschaftsspielen: wenn die Anleitung nicht einfach verständlich ist, wandert das Spiel, das ehedem so verlockend wirkte in eine dunkle Ecke und wird nicht wieder hervorgeholt.
    PS: mein erster Recorder war ein Loewe Opta, eisern zusammengespart von meinem Taschengeld und immer sonntags nahm ich die Internationale Hitparade auf und immer kam jemand der werten Familie rein, um zu fragen, was ich da mache, grrrrrr

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