Der Klick allein bringt es nicht

Mitteilungsbedürfnis umgeleitet

Ein genereller Mangel an Extrovertiertheit oder Lust zum Ausleben des eigenen Sendebedürfnis ist nicht feststellbar. Betrachte ich die verschiedenen Timelines bei Twitter, Facebook, Path oder (nun auch auf meinem Android-Phone) Instagram, dann lässt sich ein buntes, lebhaftes Treiben beobachten.

Zum Teil wird unter anderem daraus ein Trend zu optischem Austausch und mehr bildhaften Plattformen gedeutet, andererseits stehen auch Podcasts in der Beliebtheit beispielsweise bei Flattr ganz oben. Sie werden meist mit vergleichsweise sehr positivem Feedback bedacht und könnten demnächst mit den passenden Apps (wie Instacast, die Verlinkungen innerhalb der Audio-Datei ermöglichen) und Suchmaschinen deutlich an Popularität gewinnen. Somit wäre also insgesamt eher ein Trend weg vom Text abzulesen.

Abwanderung in die Netzwerke

Auf der re:publica wurde unter anderem als Argument für die geringe Anzahl Blogs, die simple Bedienbarkeit der sozialen Netzwerke angeführt, die eher schnell eine Mitteilung dort verfassen lässt. Einen eigenen Blog aufzusetzen ist für viele eine Hürde, die meistens gar nicht erst versucht wird zu überwinden. Darüber hinaus sieht man sich auch genötigt seinen Lesern mehr zu bieten, als den kurzen Gedanken, den man nebenbei in eine Timeline tippt. Diejenigen, die dann die Hürde schaffen, kämpfen nach einer Weile zudem mit der einschüchternden, großen, weißen Leere des Textfelds und beenden das Experiment nachdem man die eigenen gesetzten Intervalle, in denen man einen neuen Beitrag liefern möchte, nicht einhalten kann.

Allerdings sind sämtliche Daten im eigenen Blog sicherer aufgehoben als auf einer externen Plattform. Will ich also auch bestimmt im nächsten Jahr noch einmal in meinen Urlaubsnotizen und Foto-Galerien schwelgen oder andere Momente wieder aufleben lassen, dann könnte der Bilderdienst – von der Umstellung auf ein neues Ablagesystem bishin zur Einstellung des Angebots – allerhand Unvorhersehbares bieten. Wie dauerhaft die Speicherung von Links, Notizen oder auch Nachrichten und ganzen Unterhaltungssträngen in den verschiedenen sozialen Netzwerken ist, liegt ebenfalls nicht in der Hand des Verfassers.

Die selbe Gleichung lässt sich auf digitale Firmenaktivitäten übertragen. Mal abgesehen von der Bündelung und Übersicht zu allen Aktionen, ist die Sicherung von Bildern, Beiträgen und Daten jeglicher Art über das Angebot auf dem eigenen Server natürlich einfacher und zuverlässiger.

Blogs, Blogs, Blogs

Zu recht werden mehr Blogs gewünscht – ganz gleich, ob klein, groß, knackig kurz oder in epischer Länge – doch diese Angebote müssen von beiden Seiten gewollt sein. Auch die Leser sollten generell aktiver teilhaben. Entdeckt man also einen Blogartikel, der gefallen hat, eine neue Information übermittelt oder zumindest auf einen interessanten Gedanken gebracht hat, dann hilft eine Reaktion in Form von Kommentaren, Trackbacks oder direkten Nachrichten weiter. Der Klick allein (selbst regelmäßig wiederkehrend) bringt es nicht.

Die Schließung der Kommentarfunktion diverser Angebote unterstützt zudem noch die Verlagerung der Dialoge auf die sozialen Netzwerke. Ein Blog selbst ist also eine feine Sache, die mehr als EINEN allgemeinen Aufruf wert ist, aber auch die Diskussionen sollten dort stattfinden können, die Möglichkeit dort wahrgenommen werden und die schon bestehenden Blogperlen mit mehr als einem Klick wertgeschätzt werden.

 
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Ein Kommentar zu “Der Klick allein bringt es nicht

  1. […] nicht mehr zu übersehen ist, dürfte vielen schon aufgefallen sein und hatte ich auch kürzlich hier schon […]

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